Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Erträgnisse,  sondern  oft  bloß  durch  Geld-  und  Kreditoperationen
geschaffen  ;  der  wirklich  erreichte  Überschuss  wird  zweifelhaft  ;  der
Wert  der  Produkte  sinkt  und  steigt  durch  Faktoren,  welche  durch-‘aus
  nicht  in  der  Hand  der  Unternehmung  liegen,  und  während
daher  im  Begriffe  an  sich,  und  in  den  meisten  Fällen  auch  in  der
Einzelwirtschaft,  dieser  Reinertrag  eine  einfache  Resultante  einfacher
Faktoren  ist,  erscheint  der  Gewinn  der  Unternehmung  durch  beständig ­
  wechselnde,  ihn  beständig  beherrschende  Faktoren  bedingt;
in  ihm  resümiert  sich  nicht  mehr  das  Ergebnis  einer  einzelnen
Arbeit,  sondern  das  Ergebnis  einer  tausend  Störungen  and  Strömungen ­
  unterworfenen  organischen  Gesamtthätigkeit,  auf  deren
Resultat  nur  zu  oft  nicht  bloß  die  einzelnen  Angehörigen  des  Unternehmens ­
  selbst,  sondern  oft  ganz  unberechenbare  Dinge  Einffuss
haben.«
Nicht  wegen  der  formellen  Bezeichnung  nKapitalgewinn«,
sondern  wegen  der  selbstthätigen  Rolle,  welche  Stein  dem  Kapital
—  philosophisch,  teleologisch  —  zu  weist,  erscheint  er  uns  als  ein
Baumeister,  welcher  auf  Smiths  Grundstein  baut,  und  im  Grunde
zu  nichts  anderem  als  zu  den  Theorien  Sismondis  und  Rossis  gelangt ­
  ist.  Sehr  auffallend  ist  es,  dass  der  Philosoph  nur  die  historisch ­
  entwickeltere  Unternehmungserscheinung,  das  Kreditunternehmen ­
  als  Unternehmen  und  alles  andere  als  Wirtschaft  aufzufassen ­
  scheint.  Den  historischen  Standpunkt  hat  Stein  hier  ganz
vernachlässigt,  ein  Umstand,  welchem  mit  Knies  garsehr  entgegengetreten ­
  werden  muss;  aber  sonderbar  —  trotzdessen  sind  seine
Ausführungen  durchaus  nicht  exakter  Natur.
Steins  Theorie  muss  einfach  genannt  werden.  Einfacher  noch
ist  die  Schäffles  ‘),  obgleich  er  der  Thätigkeit  des  Unternehmers
einen  viel  weiteren  Spielraum  lässt.  Wenn  sich  Steins  Ausführungen
auf  Smiths  Vorbild  anzulehnen  scheinen,  folgen  Schäffles  Grundgedanken ­
  der  Schule  Says.
Sch  äff  le  schreibt:  »Er  (der  Unternehmer)  ist  der  Mittelpunkt,
an  welchen  Arbeitseffekte  und  Kapitalnutzungen  sich  herandrängen.
Er  ist  der  Krystallisationspunkt  der  wirtschaftlichen  Elementarkräfte. ­
  Er  zieht  sie  durch  hohen  Lohn  und  Zins  an  und  stoßt  sie
durch  niederen  Lohn  und  Zins  an  andere  Unternehmer  ab.  Er
berechnet  den  Kurs  der  gesellschaftlichen  Bedürfnisse,  weil  von
’)  Das  gesellschaftliche  System  der  menschlichen  Wirtschaft  (Tübingen
1867),  §.  107.
            
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