Metadata: Wirtschaft als Leben

Einleitung. 
Mit den Untersuchungen, deren erste ich hier vorlege, hätte ich 
•ebensogut schon vor Jahren hervortreten können, gleich nach meinen 
frühesten Schriften, über den „Wertgedanken“ und über die „Herr 
schaft des Wortes“. Damals aber predigte solche Kritik noch tauben 
Ohren. Inzwischen hat die Zeit ihr Werk getan, und mir den Gefallen, 
daß ich von einer „sterbenden“ Wertlehre sprechen darf, was doch 
einstens halb als Anmaßung, halb als toller Einfall geklungen hätte. 
Aber spricht nicht schon dieser Wandel dem verspäteten Beginnen das 
Urteil? Wozu der Aufwand an Kritik noch Dingen gegenüber, die 
sich ganz von selber überleben 1 
Diese wie bei Münchhausen eingefrorne Trompete taut allerdings 
nicht deshalb auf, um der nationalökonomischen Wertlehre schnell 
noch Halali zu blasen, bevor ein aufwachsendes Geschlecht selbst dies 
nicht mehr hören will. Meine persönliche Absicht dabei brauche ich 
nicht zu verhehlen: Mit der Reihe dieser Aufsätze suche ich von 
aller fachlichen Polemik ein kom m endes Buch zu ent 
lasten, das seine Sache in voller Ruhe sagen will. Aber 
diese Abrechnung mit der hergebrachten Art, nationalökonomische 
Theorie zu treiben, rechtfertigt sich auch für ihren eigenen Teil. 
Die Wertlehre selber spielt hier tatsächlich nur den Sack, den die 
Kritik schlägt. Was Diese eigentlich meint, ist die Denkweise über 
haupt, von der alle die „Lehren“ getragen sind, an denen unsere fach 
liche Theorie würgt 5 auf die ganze Grundbegrifielei ist es gemünzt, 
auf die Herrschaft des Wortesl Gewiß hat es etwas Erfreuliches, 
daß doch wenigstens jenes der „herrschenden“ Worte langsam ab wirt 
schaftet, von dem sich zeigen soll, wie es dem theoretischen Denken 
€ inen bedeutsamen Tatbestand fast umnebelt und dafür ein Schein 
problem vorgetäuscht hat; indem es vor allem nach jenem wahnhaften 
^Allpreisgrund“ haschen läßt, mit dem die Erklärung des ganzen 
Größenspiels der Wirtschaft auf einen einzigen Posten gebracht wäre. 
Phne sich darüber recht klar zu sein, verzichtet man neuerdings 
immer häufiger, noch weiterhin in der üblichen W eise nach dem 
•»Wert“ zu fragen, einfach unter dem Eindruck, daß nichts dabei heraus 
kommt; und so versucht man es mit einer „wertfreien“ Theorie der 
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