Full text : Die Sonneberger Spielwaaren-Hausindustrie und ihr Handel

Jedem  Fabrikanten,  zumal  dem  Städter,  und  sei  er  auch  der  kleinste
Hausindustrielle,  der  selbstständig  und  direkt  für  den  Welthandel  arbeitet,
liegen  Me  Segnungen  Mffelben  aüegett  bor  Singen.  @r  braud)t  nur  au9
feiner  @nge  auf  Me  @trn^e  gn  fd)auen.  3n  Mm  Meigeftaltigften  treiben
M§  wtrt^f(^astlt^^en  nnb  ^anbel9gef^^âft9Derte^r9  um  i^t  ^erunt  offenbaren
sich  ihm  die  äußeren  Merkmale  des  Segens  des  Handels  durch  die  Erfolge
der  Strebsamkeit  seiner  Mitmenschen  in  allen  Gewerben.  Deutlichst  erkennt
er  sie  unter  seinen  Fachgenossen.
^^#6  ^nfer  geigen  i^n  Me  Më  ##9,  Mr
Gparfamfett,  be9  geistigen  gortf^^rttte9.  Gie  finì)  erbaut  Don  ®emcrbetretbeuben
  unb  %abnfanteu,  Me  er  al9  arme  Se^jungen  gesaunt,  Me  burd)
itérer  ^äuM  Weit  wo^í^abeub,  ja  re^  geworben  finb.  Slber  er  fiel)t  guaiettí)
  au^^  ba9  ®egent^etl.  3n  ben  ^a^^^^ñb^^en  wol)uen  ebenfaM  Wri'
kanten;  auch  sie  sind  ihm  von  Jugend  an  bekannt,  aber  als  leichtsinnig
ober  faul.  Gte  i)aben  ntd)t9  gelernt,  waren  íet^^tIebtg  unb  sonnen  ¡e¿t
tnt  Alter  sich  und  ihre  Familien  nur  nothdürftig  ernähren.
^o^e  etttbrüde,  Me  jeber,  ber  ein  offeneë  Singe  #t,  auf  ben  Straßen
und  in  den  Häusern  VON  Sonneberg  in  kurzer  Zeit  gewinnen  kann,  sind  die
eflatantefte  üe^e  für  ben,  ber  oou  betn  Gegen  ber  SnMiftrie,  nic^t  blo9  Don
betn  M9  ^anbel9  #  üMrgeugen  will,  obfd)on  selbst  unter  Mm  ßaufmann9=staube,
  ttieilê  burd)  eigene  %erf^^ulbung,  ^cilê  bui^  gefd)âftít^^e%er  =
lüfte  es  allezeit  auch  Unbemittelte,  ja  Arme  giebt.
Solche  Eindrücke  sind  es  eben,  die  unter  einer  freien  selbstständigen
Strbeiterbeoõíferuitg  eine  un^a^are,  au^erûrbeutít^^e  ^^11^9%*%  auf
diejenigen  ausüben,  bereit  Thatkraft  durch  die  Concurrenz  erst  angespornt
werben  muß,  um  fid)  me^  unb  besser  ^erDorgut^un,  ube^au^t  an  #0^#%
gu  benfen  unb  Har  gu  fe^en,  wie  gered)t  unb  strenge  ber  ^anbeí  Me
Arbeit  lohnt,  die  materielle,  geistlose  schlecht,  diesolide,  durchdachte ­
  Arbeit  gut,  die  erfinberifd)e  und  künstlerische  glänzend. ­
  Gar  Mancher,  wenn  er  Andere  durch  bessere  oder  vermehrte  Arbeitsleistungen ­
  vorwärts  kommen  sieht,  schickt  zum  Wettkamps  der  Arbeit  nach
besserem  Gewinne  und  höherem  Erfolge  mit  seinen  Fachgenossen  sich  an,
wenigstens  greift  er  fr#  gur  Slrbeit,  feine  ^e^ttlfen  gu  ücrme^rtem  #let&
anspornend,  mit  der  Mahnung  „Zeit  ist  Geld!"
So  pulsirt  der  Welthandel  auch  in  den  Adern  des  kleinsten  Heimarbeiters, ­
  dem  in  seiner  entlegenen  Waldhütte  der  Landpostbote  einen
            
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