Full text : Die Sonneberger Spielwaaren-Hausindustrie und ihr Handel

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ihn  zu  leiten  haben,  muß  er  das  Resultat  seiner  gewonnenen  Ueberzeugung
gestreng  zu  seiner  Richtung  nehmen,  denn  bei  massenhaft  begehrten  Handelsartikeln ­
  handelt  es  sich  häufig  um  wenige  Pfennige  Preisdifferenz  sür's
Dutzend,  ob  das  eine  oder  das  andere  Großhandlungshaus  den  Auftrag
empfängt.  Kauft  das  eine  um  diese  Differenz  zu  theuer  von  der  Production,
so  geht  es  dafür  der  Bestellung  verlustig,  wo  nicht  gar  der  Kundschaft  selbst.
Denn  auch  diese,  die  Imp  or  teure  und  Detail  li  st  en  arbeiten  unter
C  o  neurrenz.  Um  sich  ihr  Absatzgebiet  nicht  schmälern  zu  lassen,  müssen  auch
sie  allezeit  auf  der  Luge  sein,  für  ihren  Waarenbedars  die  billigsten  Bezugsquellen ­
  zu  erspähen.  Sie  verlangen  und  erwarten  von  ihren  Vertretern,  den
Kaufleuten  am  Orte  der  Production,  daß  sie  der  letzteren  gegenüber  ihr  Interesse ­
  wahrnehmen,  sowohl  in  Bezug  auf  die  Qualität  der  zu  vereinbarten
Preisen  zu  besorgenden  Waaren,  wie  namentlich  auf  die  Preisreductionen
correnter  Sorten,  wie  solche,  durch  die  Concurrenz  herbeigeführt,  in  der  Production ­
  oft  unvermuthet  vorkommen,  auf  daß  auch  sie  ihren  Abnehmern,
den  Konsumenten  solche  sofort  theilhaftig  werden  lassen,  sobald  ihre
Concurrenz  es  thut.
Daß  dies  gewissenhaft  geschieht,  dafür  sorgt  am  sichersten  der  gefürchtete
strenge  Popanz,  die  Concurrenz  unter  den  Kaufleuten.
Jedes  industrielle  Geschäft,  auch  das  des  kleinsten  Hausindustriellen,
ist  auf  Massenproduktion  und  folglich  auch  auf  Massenabsatz  angewiesen. ­
  Letzteren  möglichst  ohne  Unterbrechung  herbeizuführen,  ist  die  Aufgabe ­
  und  das  Interesse  eines  den  Sitz  der  Produktion  theilenden  Exporttz
  and  eisstand  es.  Dieser  sammelt  die  von  verschiedenen  Fabrikanten  gekauften ­
  Waaren,  bis  alle  zur  Completirung  der  Aufträge  eingegangen  sind.  Um
solche  schneller  ausführen  zu  können,  kauft  die  Mehrzahl  der  Sonneberger
Handelshäuser  Waaren  auf  Lager,  die  nicht  jederzeit  in  genügender  Menge
von  den  Fabrikanten  zu  beschaffen  sind,  oder  solche,  die  man  allein  vom
Fabrikanten  beziehen  will,  um  sie  im  Handel  der  Concurrenz  zu  entziehen.
Oder  auch  die  Kaufleute  alle  benützen  den  Tiefgang  der
Preise  correnter  Waaren,  indem  sie  auf  Lager  kaufen.  Dies
zu  thun,  fordert  das  Interesse  eines  jeden  Großhändlers,  der  unter  Concurrenz ­
  arbeitet,  sowohl  dem  Fabrikantenstand  gegenüber,  welcher  beschäftigt
sein  will,  und  den  an  sich  zu  fesseln  in  seinem  Interesse  liegt,  als  auch  seiner
Kundschaft  gegenüber,  welche  nur  so  lange  ihm  treu  bleibt,  als  er  sie  gleich
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