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III. Buch. Die Vertheilung der Güter.
vollständig. Ungefähr 20 o/o derselben geben ihren Arbeitern entweder jede
zweite Woche einen Sonntag oder alle ^onntag-Nachmittage, oder jeden .
Sonntag ganz, von den übrigen aber nur die Nachmittage frei, während
keine regelmäßige Sonntagsruhe beobachten. Die Etablissements , welche
vollständige Sonntagsruhe gewähren, beschäftigen im Durchschnitt ein 1
140 Arbeiter, die übrigen nur 100. Es erweisen sich also die großen U
nehmungen in dieser Hinsicht wie in so manchen andern socialen Beziehung
freigebiger als die kleinern. ,«rnter
In betreff der Löhne ergaben sich die folgenden Ziffern: Ein gel»
Arbeiter erhielt bei ungefähr Mündiger Arbeit täglich 7—10 Francs,
nicht gelernter 4Va—6 l / 2 Francs. Di- Frauen hingegen verdienten n>°Y
der nämlichen Arbeitszeit in der Regel nur 2-/2—3‘/a Francs,",-'! ,
dessen weniger als 3 Francs, während die Löhne mancher einer hö)^u
bildung bedürfenden Arbeiterinnen, wie der Putzmacherinnen, weit bett
licher sind. Die Borarbeiter und Aufseher beziehen im allgemeinen hohe ?
Sie verdienen im Durchschnitt 250—300 Francs und oftmals noch w
im Monat. g,#,
Wie bedeutende Unterschiede nun auch zwischen Paris und den
menté bestehen, so müssen diese trotz der hohen Lebensmittel- und Wohuw,^
preise der Weltstadt im ganzen nicht ungünstigen Lohnverhältnisse
weniger als für das übrige Land mehr oder minder typisch bezeichnet we ^
Ja es finden sich sogar, wie wir alsbald sehen werden, die erfreulichsten
spiele einer günstigen materiellen Lage der französischen Arbeiterschaft ^
in der Hauptstadt, sondern in verschiedenen andern Gegenden des La" ^
Was aber speciell die Frage anlangt, ob die trotz der gegen frühe .
ringerten Arbeitszeit gestiegenen Löhne die materielle Existenz des Arbeiterl ^
auch wirklich verbessert haben, und ob diese Löhne, welche sich nach Paul ^
Beaulieus Angaben in einzelnen Industrien verdoppelt, in andern.hingege
dreifacht, ja sogar vervierfacht haben und — demselben Schriftsteller zķ ^
seit etwa zwei Menschenaltern im allgemeinen um 80—100 o/g gestiege" ^
nicht einer in noch höherem oder wenigstens in gleichem Grade eingetretenen
theuerung der zum Leben nothwendigen Gegenstände gegenüberstehen,
die Beantwortung derselben sehr günstig aus, indem eine wirkliche Best
der Lebensverhältnisse constatili werden kann. In Frankreich wenigsten ^
sich die Kosten des Unterhalts nicht in dem Grade vermehrt, als
in die Höhe gegangen sind. Die Wohnungspreise sind in den großen
allerdings sogar sehr bedeutend, in den kleinen dagegen und auf dem ^
nur wenig gestiegen. Die Brodpreise sind im ganzen dieselben 9 c6lte f
die Preise der Stoffe, der Möbel und der Bekleidungsgegenstände^ » -S
fallen. Man kann also wohl annehmen, daß die durchschnittliche ^