tigung der Rücken-, Brust- und Bauchmuskulatur turnen kann. Ich
erinnere mich, daß man mich bei einer derartigen Gelegenheit in ein
Klassenzimmer führte, in dem allerdings so gut wie gar kein Abstand
zwischen den Bankreihen war und daß ich dann die Schüler auf die
Bänke gestellt habe ~ Schuhe ausziehen! – und in dieser Stellung
den Körper gründlich durchgearbeitet habe. Wo der Wille ist, findet
sich auch ein Weg! Und wenn man gegen das Zimmerturnen Ein-
spruch erhebt wegen der schlechten Luft, so kann ich auch das nicht
gelten lassen. Wenn in der vorhergehenden Pause gelüftet worden ist
und die Fenster während des Turnens geöffnet bleiben, so ist die Luft
ebenso gut wie in der Turnhalle, wo auch unter günstigen Verhältnissen
meistens mehrere Klasssen zugleich turnen.
Zweck der Übungen : Bei dem stundenlangen Sitzen in der
Schulbank und im Hause sinkt ~ namentlich beim Schreiben, Zeichnen,
Handarbeiten ~ der Brustkorb zusammen, die stützenden oder hän-
genden Arme ziehen die Schulterstümpfe nach der Brust; bei den
körperlichen Arbeiten, die die Kinder in Haus und Hof verrichten,
sind die Brustmuskeln dauernd tätig, werden aber selten bis zum
äußersten gedehnt, so daß sie mit der Zeit ihre Dehnungsfähig-
keit verlieren und in ihrer verkürzten Form die Schultern nach der
Brust ziehen, diese belasten und den Rücken krümmen. So wird
die Rückenmuskulatur schlaff und gedehnt, ein Zustand, den wir
als Rückensschwäche bezeichnen. Die Bauchmuskulatur kommt bei
dem Laufen, Spielen und den praktischen Arbeiten der Knaben wohl
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