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viel zur Rettung der Ueberbleibsel der ehemaligen Bevölkerung
Amerikas gethan. Man sucht sie an Ackerbau zu gewöhnen
und hat Schulen bei ihnen eingerichtet.
Der General ist von hoher Statur, noch ungebeugt, ob
wohl schon ein Sechziger, von lebhaftem Temperament und
grosser Liebenswürdigkeit. Obzwar ein berühmter Krieger,
kennt er doch nicht nur das Land sehr genau, sondern auch
die Gescl;¿fte und den Handel, der darin getrieben wird, nicht
nur die strategischen, sondern auch die Handelsstrassen. Er
gab uns bereitwillig die werthvollsten Rathschläge für die
î^eise, bezüglich der Ausflüge, die wir abseits der Route
niachen müssten, um Heerden und Musterlandwirthschaften zu
sehen, ja sogar ein Empfehlungsschreiben an einen grossen
Orangenpflanzer in Florida.
Er bestätigte mir, dass der Mississippi wahrscheinlich eine
grosse Strasse für den Export von Getreide sein werde, das
schon jetzt um 4 Cents per Bushel billiger über New Orleans
äis über New-York verfrachtet werden könne; sprach die
Leberzeugung aus, dass Getreide und Mehl bald noch billiger
nach Europa geliefert werden können als jetzt und gab mir
^•ne Linführungskarte an Capitän Eads, den berühmten
Ingenieur, welcher die 13 Millionen D. kostende Wunderbrücke
^ns Stahl über den Mississippi bei St. Louis gebaut und die
Mündung desselben Stromes für Seeschiffe für jede Jahreszeit
fahrbar gemacht hat. Er, sagte der General, kenne diesen
^asserweg genau und seine Aussicht für die Zukunft.
ann vertiefte er sich — es war noch ein anderer älterer Ex
general da, dessen Namen ich vergessen habe, der aber mit
•hm Vor vierzig Jahren Alligatoren in Florida geschossen hatte
Graf S. und diesem Herrn in ein interessantes Gespräch
über Jagd vor vierzig Jahren und heute im Felsengebirge und
Florida. Er bot Cigarren und „amerikanischen Wein“, wie
sagte, d. h. trefflichen, duftenden, aus Roggen gebrannten
an, und so rann die Zeit auf die angenehmste
eise dahin, bis ein jugendlicher Reitknecht von aussen an
^s l enster pochte. Nun verabschiedeten wir uns bei dem
General.