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sondern eine Kette von Mormonencolonien setzt sie
südlich bis Tucson in Arizona und nördlich durch Wyoming
und Idaho bis in Montana fort, so zwar, dass ein Reiter,
welcher von Tucson in Südarizona über Zion in Utah durch
Wyoming oder Idaho nach Montana reitet, auf dieser wo
2000 englische Meilen langen Strecke jede Nacht auf einer
mormonischen Niederlassung schlafen kann. Au
solche Entfernungen nämlich hat sich die Kolonienkette nörd
lich und südlich von Zion weiter und weiter vorgeschoben,
und zwar ist dies planmässig geschehen. So können »e
Ansiedler aus einer Colonie schnell jenen in einer andere
Colonie zu Hülfe kommen und so kann die Behörde m Zio
ihre Befehle sicher und schnell an alle ihre Colonien gelange
lassen. Diese Art der Anlage von Colonien m besummte
Abstande von einander liefert den schlagenden Beweis, as
die „Grosse Wüste« fast überall cultivirbar ist, dass
man in Abständen von weniger als einer Tagereise u era
Wasser genug zur Bewässerung findet, und dass m ihr über
Früchte gezogen werden können. Wo Flusswasser fehlt, ge
winnt man es durch artesische oder durch solche Brunnen,
deren Pumpwerk von einer Windmühle in Bewegung gesetz
wird. Die Bewässerung mittelst solchen Brunnenwassers ve
breitet sich immer mehr in West- und Südamerika.
Die artesischen Brunnen sind 300—1200 Fuss tief, ge
per Stunde 400—1000 Gallonen Wasser, und mit Zuhilfenahn^
von Windmühlpumpwerken bis 2400 Gallonen a 4 Liter p
Stunde Jahr ein, Jahr aus. Zu 2000 Gallonen per J""
oder 80 Hectoliter giebt ein solcher Brunnen ca. 2000 He
liter per Tag, die man in Reservoirs sammeln kann, so
man von einem Brunnen 700.000 Hectoliter Wasser im Ja
für Irrigation nutzbar machen kann. Gewöhnliche
sind in Utah in der Regel nur einige 30 Fuss tief und geo ’
durch Windmühlen ausgepumpt, genügend Wasser, um gr
Gärten zu bewässern, in Californien sind sie zu diesem vve
in Wein-, Obst- und Gemüsegärten sehr allgemein in Gebrau^^
Im Süden bauen die Mormonen Baumwolle, Feigen,
Südfrüchte, im Norden Weizen. Sie .treiben auch erhe