Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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tödtet,  verkrüppelt,  ihre  Sclaven  ihnen  gleich  gemacht  und  sie
sind  gänzlich  verarmt.  Ihr  Besitz  geht  grossentheils  in  die
Hände  von  einwandernden  Nordländern  über.  Sie  können  an
keine  Revanche  denken  und  thun  es  auch  nicht  mehr.  Eine
andere  Partei,  die  Interesse  am  Zerfalle  der  Union  hätte,
existirt  nicht,  und  sollte  ein  Krieg  entstehen,  so  kann  er  nur
entbrennen,  wenn  eine  europäische  Macht  sich  in  amerikanische
Hinge  mischen  wollte  —  wie  es  jetzt  in  Panama  den  Anschein
hat.  Allein  die  dort  etwa  zu  engagirende  Macht  hat  in  Europa
einen  zu  gewaltigen  Feind,  als  dass  sie  das  mexikanische
Abenteuer  zu  erneuern  Lust  haben  könnte.
Nun  wird  es  sich  wirklich  nicht  bewähren,  dass  wir  in
Europa,  das  noch  nicht  den  dritten  Theil  der  natürlichen
Hilfsmittel  Amerikas,  aber  eine  sieben  Mal  so  starke  Bevölkerung ­
  zu  ernähren  hat,  zwei  Millionen  Soldaten  stehend
halten,  während  man  hier  27.000  hat;  dass  wir  alle  Augenblicke ­
  grosse  Kriege  haben,  die  Menschen  und  Capital  in  Unsummen ­
  zerstören,  während  man  hier  fort  und  fort  erfindet
und  arbeitet.  Wenn  zwei  solche  Systeme  neben  einander
existiren,  so  vernichtet  zuletzt  das  letztere  das  erstere.  Dies
geschieht  durch  Auswanderung,  Socialismus,  Verarmung,  Hungerkrankheiten. ­
  Es  ist  die  alte  Geschichte:  Friede  ernährt  —
Amerika,  Unfriede  verzehrt  —  Europa.
Man  werfe  mir  nicht  vor,  ich  male  zu  schwarz.  Schon  vor
zehn  Jahren  habe  ich  Aehnliches  in  einem  Aufsatze  der  „Berliner ­
  Revue“  drucken  lassen,  und  hier  hatte  ich  fünf  sehr  unverdächtige ­
  Zeugen,  die  bei  ihrer  Heimkehr  Alles  bestätigten,
Was  ich  jetzt  mittheile.  Auch  darf  ich  wohl  nicht  den  Vorwurf ­
  fürchten,  ich  schilderte  fremde  Zustände  besser  als  sie
sind.  Von  England  aus  habe  ich  den  Verfall  der  Landwirthschaft
  mitgetheilt,  als  das  Buch  des  Herrn  Albertus  in  Oesterreich ­
  noch  viele  Gläubige  fand,  in  dem  er  den  alten  englischen
Schimmel  ritt.  Ich  glaube  wirklich,  die  Zustände  der  von  mir
bereisten  Länder  mit  photographischer  Treue  darzustellen  und
freue  mich  doppelt,  dass  hier  fünf  Herren  mit  mir  zusammen
beobachteten,  denen  man  zu  Hause  in  einflussreichen  Kreisen
Glauben  schenken  dürfte.
            
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