8o5
ihre Invaliden „republikanisch“, d. h. nicht mit 12—20 Mark
per Monat und allenfalls einem Leierkasten, pensionirt, beweist
für mich, der ich damals unternahm, vom nationalöconomischen
Standpunkt dem genialen Soldaten zu widersprechen.
Indessen fordert die europäische Cultur Soldaten, Bureau*
kraten, Kriege, Socialistengesetze, Kornzölle . . -
Wenn das so weiter geht — wenn daneben Amerika,
Australien, Indien, China Frieden behalten, letztere Reiche zur
Maschinenindustrie übergehen und sich durch Kisenbahnen
exportfähig machen, England und Amerika den ganzen überseeischen
Handel und dessen Waarenversorgung an sich reissen
und uns Nahrungsmittel verkaufen oder zuführen wo
bleibt da Europa? Es muss verarmen und veröden, wie
Deutschland nach dem dreissigjährigen Kriege!
Die Kathedersocialisten, welche, wie Adolf Wagner im
Parlament, noch immer glauben, Fürst Bismarck sei ein socialer
Reformator, mögen berechnen, wieviel Obiges gekostet
hat und wie viel weniger Europa an solchen Ausgaben aufzuwenden
hätte, wenn ihm die Bismarckaera erspart geblieben
wäre. Sie mögen auch eine Zukunftsbilanz zwischen dem
Continent und den oben genannten friedlichen Staaten entwerfen!
Fürst Bismarck ist kein Colbert! Deshalb liebt er
die Statistiker auch nicht. Schon Colbert führte die Productionsstatistik
ein, das Deutschland des Fürsten Bismarck
hat noch heute keine und kann diesen Spiegel auch nicht
ertragen!
Noch einmal muss ich mich, wie schon bezüglich der
Kornzölle, gegen Herrn Adolf Wagner wenden, weil man mich
sonst mit demselben politisch zusammenwerfen möchte, da er
einige meiner früheren Anträge mit unterschrieben hat.
Am 22. Februar 1883 sagte er im preussischen Landtage:
„Wodurch sind wir denn in diese bedrängte Geschäftslage
gekommen? durch die so lang hingezogenen Debatten über
die Militärverhältnisse im Reichstage! Leider ist im Reichstage
unserer Militärverwaltung am Zeuge geflickt worden,
leider haben auch jetzt wieder zu unserem lebhaften Bedauern