Geldmenge und Waarenpreise.
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nach Waaren — wenn man überhaupt von einer
Nachfrage nach Waaren schlechtweg reden kann;
streng genommen giebt es immer nur eine Nach
frage nach dieser oder jener bestimmten Waare, nicht
aber eine Nachfrage nach Waaren überhaupt — hängt,
selbst unter der Voraussetzung, dass keinerlei Credit
gewährt wird, sondern alles, was gekauft wird, so
fort baar bezahlt werden muss, nicht von der Menge
des vorhandenen oder im Umlauf befindlichen Gel
des, sondern einzig und allein einerseits von dem
grösseren oder geringeren Bedarf an Waaren resp.
der grösseren oder geringeren Spekulalionslust auf
Seite derer, welche überhaupt Geld auszugeben ha
ben oder Waaren zu kaufen vermögen, und anderer-
auss«r Landes. Ist zu wenig Metallgeld vorhanden^ so
sinken die Preise und die dadurch hervorgeriifenen
Käufe des Auslandes im Inlandc ziehen die fehlenden
Metalle herein.*' Gesetze der Handels - .Social politik, Leip
zig 1880. p. 31: ,,lf''enn sich der Geldvorrath des Landes bei
sonst gleichbleibenden Verhältnissen vermehrt und folglich dort für
jedes wirthSchaftliche Gut mehr Gold hintangegeben werden muss, als
früher, wenn also die Preise in diesem Lande steigen, so
wird dasselbe weniger an das Ausland verkaufen und mehr von dem
selben kaufen, als ohne diese Geldvermehritng der Fall gewesen wäre,"
p. 37: ,,l)as Verhältniss zwischen Vorrath und Bedarf an Circu-
lationsmitteln drückt sich — im Preise, der Tauschkraft des Geldes,
aus."