Geldmenge und Waarenpreise. 121
an Münze auf die Preise wirken müsse, da sonst von
einem Exporte von Münze überhaupt keine Rede sein
könne, scheint auf den ersten Blick unwiderleglich
zu sein. Nichtsdestoweniger beruht dasselbe auf einer
vollkommenen Verkennung der Thatsachen, denn es
wird dabei gänzlich übersehen, dass die Edelmetalle
nicht nur eine Waare sondern auch Geld sind, und dass
es daher auch nicht nur einen Bedarf an Edelmetall zu
Zahlungen im Inlande, sondern ebenso auch einen Be
darf an Edelmetall zu Zahlungen nach dem Auslande
gibt, ln der That wird Gold und Silber keineswegcs
immer nur dann exportirt oder importirt, wenn der
Werth desselben in dem einen Lande ein höherer ist,
als in dem anderen, oder wenn das eine Land Ueber-
tluss, das andere Mangel daran hat. Vielmehr kann der
Grund des Exports oder Imports von Edelmetall auch
rein auf Seite der für das Edelmetall bezogenen resp.
gelieferten Waaren, d. h. in einem vergleichsweiscn
Mangel resp. Ueberiluss an diesen Waaren oder in einer
das Land Edelmelallzußuss braucht oder in der Lage ist, Edelme
tall abströmen zu lassen. Diese Thesis wird gewiss Eielen seltsam,
ja paradox erscheinen, und ich bin mir der l'erpflichtung wohl
bewusst, dieselbe in eingehendster // 'eise und bis zur Evidenz
zu erhärten.** (!) p. 84: ,,Man importirt nicht Geld, weil man
damit die lJeber.schüs.se andrer Güter bilanziren muss, sondern nur
dann und insoweit, als man Geld braucht.**