Full text: Die Theorie des Geldes

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Capitel V. 
unterliegt keinem Zweifel, jede Versendung von Edel 
metall mit mehr oder weniger Kosten verknüpft, allein 
Zeiten der Decrete von Berlin und Mailand und der britischen Ca- 
binetsbefehle — von der Zeit der Licenzen- und Btokadesystemc — 
von der Zeit, da französisehe Chemiker Zueker in Hunke/rüben und 
ein Surrogat für Caffee in der Cichorie entdeckten, und der englische 
Viehzüchter Versuche anstellte, seine Ochsen mit Candiszucker und 
Molassen zu mästen — von der Zeit, als mir uns Helgolands be 
mächtigten und- es zu einer Niederlage für unsere Ik aaren machten, 
um sie in das nördliche Europa einzuschmuggeln und unsere feinem 
Fabricate ihren IVeg nach Deutschland durch die Türkei suchten. 
Man wird sich erinnern, dass auf der einen Seite die französischen 
Decrete erklärten : es dürfe kein Schiff in einen Continental-Uafcn 
einlaufen, was von England komme oder England nur berührt habe, 
und unsere Cabinetsbefehle auf der andern Seite verboten, dass it- 
gend ein Sehiff' nach dem Kontinent segle, ehe es in England ge- 
u,esen. Unsere Flotten beherrschten damals die Meere vollständig 
und zwangen jedes Schiff, das sie antrafen, nach einem britischen 
Hafen zu gehen. Die Folge war, dass alle IVaaren der 
ganzen IVelt beinahe in unseren Speichern sich auf 
häuften, wo sie festgebannt lagen, ausser wenn dann und 
wann eine kleine Partie mit französischen Licenzen, wofür Ham 
burger und Amsterdamer Kauf lente dem Kaiser Napoleon 40 bis 
50 000 £ gegeben haben mochten, ausgeführt wurden. In den 
Augen der „Bullionisten*^ müssen das curióse Kaufleute gewesen 
sein, die so viel Geld Zugaben, um IVaaren von einem theuren 
Markt nach einem wohlfeilen zu bringen. JVelchc Alternative stand 
den Kaufleuten offen? Ganz buchstäblieh folgende : entweder Caffee 
zu 6 d. per Pfund in Banknoten zu kaufen und ihn nach einem 
Platze zu schicken, wo er sofort 3—4 sh. in Gold holte, oder Gold 
mit Banknoten zu 5 £ per Unze zu kaufen und es nach einem
	        
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