Full text: Die Theorie des Geldes

Geldmenge und Waarenpreise. 139 
unmitteII)aren Einfluss der Menge des im Umlauf 
befindlichen Papiergeldes auf den allgemeinen Stand 
der Waaren preise keine Rede sein kann Auch 
stimmen alle Beobachtungen darin überein, dass in 
tolge des Disagios keineswegs immer alle Waaren 
ren noch gar alle in gleichem Maasse oder Verhältnisse 
im Preise zu steigen brauchen, sondern dass es auch 
hier zunächst immer nur die Preise der Export- und 
lm])ortartikel sind, welche von dem Agio und seinen 
Schwankungen afficirt werden ^3). So pflegen z. ß. 
72) Wenn A. Wagner, die russ. Papierwähr., p. 97 bemerkt: 
„/^er pradische Hauptfall der Papiergeldrennehrung ist die Bestreitung 
von Staafsdusgahen, besonders der AnknuJ von Hriegsmaterial. Hier 
bildet die neue Geldmenge ßir den Betrag ihrer Kaufkraft eine neue 
i\achfrage. Sie hat daher die Tendenz, sofort die Güter zu ver- 
tlieuern, welche der Staat braucht, und welche die Soldaten mit 
dem Solde kaufen*‘, so verwechselt er eben eine Nebenwirkung 
oder einen begleitenden Umstand mit der Ursache. Offenbar ist 
doch immer nur der Umstand, dass der Staat in bestimmter Rich 
tung mehr Geld ausgiebt, oder einen grossem Aufwand macht, als 
gewöhnlich, nicht aber die bei dieser Gelegenheit stattfindende 
Vermehrung des Papiergeldes, die Ursache davon, dass die betref 
fenden Artikel im Preise steigen. Die Wirkung würde in der 
That ganz dieselbe sein, wenn der Staat, statt Papiergeld zu emit- 
tiren, ein Anlehen contrahiren oder Schuldverschreibungen emit- 
tiren würde. 
Wagner, Die russ. Papierwährung, p. 94—98 
und Hertzka, Handel und Währung, p. 35. 39. 42. 47. 48. 109.
	        
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