bedingungen, die einen Teil der Konkurrenten unzugäng-
lich bleiben müssen (andernfalls es ja zur Herstellung der
Marktlage I kommen müßte), räumt dieser Art Produzenten
dem Markte gegenüber eine besondere Stellung ein, die mit
dem nicht sehr glücklich gewählten, aber nun einmal einge-
bürgerten Namen eines „natürlichen Monopoles“ bezeichnet
zu werden pflegt.”) Solche Angebotslagen sind, wie oben
schon erwähnt, bekanntflich in erster Linie in_der Landwirt-
schaft gegeben (Differenziertheit der Kosten infolge verschie-
dener Fruchtbarkeit des Bodens, verschiedener Lage zum
Markte, vor allem infolge der Geltung des _Gesetzes_vom
abnehmenden Ertrage bei intensiverer Bewirtschaftung u.s.f.),
sie sind ferner von Bedeutung in der Goldproduktion wie
vielfach überhaupt im Bergbau, u. a. aber stellenweise auch
in der industriellen Produktion schlechthin. Es gehört nicht
zu den Seltenheiten, daß in der Industrie verschiedene Be-
triebe zu verschiedenen Gestehungsskosten arbeiten, und_daß
ein Teil der Unternehmungen infolge seiner günstigeren
Produktionsbedingungen und _Herstellungsmethoden (die
dann unter die „Geschäftsgeheimnisse“ zählen werden) gegen-
über der Konkurrenz bei den gegebenen Konkurrenzpreisen
einen Mehrgewinn über den durchschnittlichen Kapitalsertrag
(Kapitalzins) hinaus macht.
In den Fällen der bezeichneten Art wird sich in unserem
Diagramm die Angebotslage veranschaulichen lassen_als_ eine
Kurve, die im Gegensatze zur Nachfragekurve mit steigenden
Preisen zu- und mit fallenden Preisen abnimmt. Der
Grad der Empfindlichkeit, mit der das Angebot auf die
27) Zum Kriterium des tatsächlichen Monopoles gehört es doch, daß
tatsächliche Marktbeherrschung gegeben ist. Die Monopolstellung muß
von vorneherein die Möglichkeit einräumen, den Preis, zu dem abge-
setzt wird, zu diktieren. Im Falle des sogenannten natürlichen Monopoles
fehlt aber dieser einseitige subjektive Einfluß auf die Preisbildung, die
Produzenten stehen untereinander in freier Konkurrenz, aber die objek-
tiven Bedingungen sind eben solche, daß ein Teil der Produzenten gegen-
über den anderen besser gestellt erscheint. Unter „natürlichen“ wirtschaft-
lichen Monopolen wären eher jene seltenen Fälle zu verstehen, in denen
von Natur aus dem Produzenten die Möglichkeit einseitiger Beein-
flußung der Preisbildung eingeräumt ist, im Gegensatz zu jenen Fällen,
in denen die Macht, den Preis zu diktieren, erst im Wege eines organisa-
torischen Zusammenschlusses der Beteiligten (Kartelle etz.) künstlich
geschaffen werden muß.
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