Full text : Die Theorie des Geldes

42

Capitel  IL

rungsweise  zu  ermitteln  oder  zu  bestimmen.  Denn
trotz  aller  algebraischen  Formeln,  durch  welche  man
jener  Theorie  einen  gewissen  Schein  von  Exactheit  zu
geben  sich  bemüht  hat,  ist  und  bleibt  doch  die  „Umlaufsgeschwindigkeit“ ­
  des  Geldes  eine  vollkommen  u  n  -
messbare  Grösse,  da  sich  der  Uebergang  der  einzelnen ­
  Geldstücke  von  Hand  zu  Hand  nimmermehr  controlliren
  lässt.  Denn  man  kann  weder  das  einzelne
Geldstück  auf  seiner  Wanderschaft  durch  verschiedene
Hände  begleiten,  noch  sieht  man  ihm  nachträglich  an,
wie  oft  dasselbe  bereits  innerhalb  einer  bestimmten  Zeit
die  Hände  gewechselt  hat.  Und  nun  gar  die  „mittlere“
oder  „durchschnittliche“  Umlaufsgeschwindigkeit  des
Geldes,  wie  will  man  die  ermitteln?  Das  eine  Geldstück ­
  circulirt  „rasch“,  das  andere  „langsam“,  und  selbst
ein  und  dasselbe  Geldstück  geht  heute  durch  viele,
morgen  durch  wenige  Hände,  je  nach  zufälligen  Umständen, ­
  an  denen  das  betreffende  Geldstück  ganz  unschuldig ­
  ist,  und  die  sich,  wie  gesagt,  jeder  Controlle
oder  Berechnung  entziehen.  Das  ist  auch  u.  A.  schon
von  Locke  gefühlt  worden,  und  in  derselben  Weise
räumen  auch  alle  späteren  Schriftsteller  ohne  Weiteres
ein,  dass  es  rein  unmöglich  sei,  die  „mittlere  Circulationsgeschwindigkeit“
  des  Geldes  in  einem  Lande  auch
            
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