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Geld und Kapital.
der spezifischen Natur der einzelnen Hesitzobjekte und
ihrer hierdurch bedingten unmittelbaren oder technischen
men etc., eine bereits durch das ökonomische Leben gegebene,
d. h. bestimmten ökonomischen Vorgängen oder Handlungen zu
Grunde liegende, psychologische Th at sache. Es ist ein Be
griff, der nicht blos einem theoretischen Interesse, nicht dem
Bedürfniss blos eines systematisch geordneten Denkens dient oder
entsprungen ist, sondern vielmehr einem praktischen Bedürf
niss, d. h. dem lebendigen wirthschaftlichen Interesse seine Ent
stehung verdankt, eine Vorstellung, die in der That im Kopfe
jedes Kapitalisten und jedes Unternehmers existirt. Aufgabe der
Wissenschaft kann es daher nur sein, diesen bereits vorhandenen
Begriff, im Wege einer psychologischen Analyse der betreffen
den wirthschaftlichen Vorgänge oder Handlungen, welchen der
selbe thatsächlich zu Grunde liegt, klar zu stellen, um auf diese
Weise dem praktischen Bedürfniss näher zu treten, welches zur
Entstehung dieses Begriffes geführt hat, d. h. der Logik des
wirthschaftlichen Interesses auf die Spur zu kommen,
oder die leitenden Motive und massgebenden Rücksichten des
wirthschaftlichen Handelns bloszulegen. (Courcelle-Seneuil
bemerkt in seinem Traité des opérations de Banque p. 22: „Le
compte ,,capital** ouvert sur les livres de commerce est destiné
uniquement à constater le point de départ du marchand, à lui
donner te moyen prompt et facile de reconnaître s^il a gairné ou
perdu, augmenté ou diminué, son avoir.**) Denn schliessHch kann
es der wirthschaftlichen Theorie, soweit sich dieselbe über-
hÄupt mit der Bestimmung von Begriffen befasst, doch immer
nur um ein, durch die Erkenntniss des psychologischen Zusam
menhangs der Vorgänge bedingtes, Verständniss des wirthschaft
lichen Lebens zu thun sein, und alle Begriffsbestimmungen,
die nicht von diesem Standpunkte aus unternommen werden,