Full text : Klemens Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Steinkohle

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Steinkohle

ßogheadkohle.  Die  Kännel-  (Candel-  oder
j^.®^®nkohle)  gehört  zu  den  Sandkohlen,  ist  sehr

emtzündlich  und  brennt  mit  schön  weiter,

*nger,  kerzenartiger  Flamme.  Die  schottische
()gheadkohle  ist  weniger  eine  S.,  als  ein  brauner
J®  ®®hwarzer  Brandschiefer,  sehr  fest  und  nicht
färbend,  leicht  entzündlich  und  mit  großer
®Uer  und  rußender  Flamme  brennend.  Beide
orten  sind  wegen  ihrer  großen  Ausgiebigkeit
j  flüchtigen  Stoffen  vortreffliche  Gaskohlen.
>?  Deutschland  unterscheidet  man  nach  dem
erhalten  der  Kohlen  in  der  Hitze  Back-,
•  *“fer-  und  Sandkohle.  Die  erstere  schmilzt
K  u  *"  ?Dtze  und  entwickelt  reichlich  Gas;  ihre
si°  blasige  Massen  von  anderer  Form  als
e  die  Kohle  hatte.  An  der  Luft  verbrannt,  gibt
1  oine  lange  gelbe  Flamme,  verlöscht  aber
ist  'iofl  verstopft  häufig  die  Feuerroste.  Sie
K  u**^^*^  dienlich  zur  Bereitung  von  Gas  und
in°  Vi  •  ^^forkohle  zerfällt  beim  Erhitzen  leicht
oh  Stücke,  die  dann  zusammensintera,
ju.j®  oigentlich  zu  schmelzen;  sie  bildet  das
let  ,  ^'od  zwischen  Back-  und  Sandkohle.  Diese
.  ^tere,  auch  Splint-  oder  IIartkohle  genannt,
flem  Querbruche  entweder  splittrig  oder
çL  spaltet  dagegen  in  der  Länge  ziemlich
>  sie  entzündet  sich  schwieriger  als  die  beiänü
  ^°"Kon,  brennt  mit  wenig  Flamme  und
«in  ^sim  Verkoken  ihre  Form  nicht.  Nach
p  ®*!^snderen  Einteilungsweise  unterscheidet  man
p  ®“i^ohle,  Grob-,  Schiefer-,  Kuß-,
l^serkohle  und  Anthracid;  manche  Kohlen
Unto  indes  nur  Schwerin  eine  dieser  Gruppen
Zu  7°"ogen.  Die  deutsche  Pechkohle  gehört
iieh»^*^  Dack-  und  Sinterkohlen,  ist  die  gewöhnf^,
  schwarz  und  pechglänzend,  nicht  abliçL
  mit  muschligem  Bruch,  leicht  entzünd-Uah
  Kußkohle  ist  weich,  glanzlos,  oft  bei-Sus*
  stark  abfärbend,  die  Schieferkohle
Parallelen  Lagen  geschichtet,  deren  Ober-Kfu
  ?®.f®iis  stark  glänzend,  teils  matt  sind;  ihr
^st  gewöhnlich  würflig  oder  auch  splittrig.
Drol  u  **  dicksten  Lagen  bestehend  heißt  sie
Blätterkohle  dagegen,  wenn  sie  aus
Lamellen  zusammengesetzt  ist.  Der
klgg^P^'ucit  ist  eine  harte,  schwarz  glänzende
Von  ^  muschligem  Bruch,  die  am  meisten
ztebf'^T  eines  Steins  an  sich  hat.  Er  beigt
  n  ganz  aus  Kohlenstoff  (92  bis  97
s&n,  '¡schwer  entzündlich  und  verbrennt  langder
  Flamme  und  Kauch.  Diese  Varietät
Zn  q’>  hitzegebendes  Material  sehr  wertvoll,
®Pärli^  Rsnz  untauglich,  kommt  in  Europa  nur
^«deut  und  ist  daher  hier  von  weniger
Uajn„  >,  wogegen  sie  sich  in  Nordamerika,
in  Pennsylvanien,  in  großen  Massen
Ulan  Û  .T  ^0  nach  dem  Kaliber  unterscheidet
felk  *  i;î*®^i^ohlen,  die  grüßten  Stücke,  Wür-Aug
  jP*®'  Knorpelkohle,  Kohlenklein,
jetzt  b’^  letzteren  und  aus  Staubkohle  preßt  man

So»  ruunkohlenpech  als  Bindemittel,  Ziegel,
Bre’  '’'guettes  (s.  diese),  die  ein  sehr  gutes
Unter  ubgeben.  —  Auch  die  Kohle  selbst
TYelch  "lan  nicht  selten  einem  Waschprozess,
Bestand  die  ihr  anhängenden  fremden
Und  d’  A  die  Verbrennung  erschweren
Und  d'^  ^®cheninenge  zu  sehr  vermehren  würden,
Kohlenstaub  möglichst  zu  entriß ­
  Ls  geschieht  dies  auf  demselben  Wege
Siebgßr  ^machen  der  Erze,  meistens  mittels  sog.
l*äufij.  *.®^oBinen.  Solche  Wasch  kohle  wird
®  ^ui  Saarbrückschen,  der  Kuhrgegend,  in

g  im  Gemisch  mit  gemahlenem  Teer-Belgien,

  in  Sachsen  bereitet.  —  Ohne  auf  die
Steinkohlenverhältnisse  außereuropäischer  Länder
näher  einzugehen,  sei  doch  bemerkt,  daß  das
kohlenreichste  Land  der  Erde  Nordamerika  ist.
Die  dortigen  Kohlenbecken  —  Pechkohle  und
Anthracit  —  ergeben  zusammen  eine  Fläche  von
mindestens  6000  deutschen  Quadratmeilen.  Dort
ist  Vorrat  auf  Jahrtausende  und  das  jetzige  Ausbringen, ­
  wenn  auch  zu  etwa  700  Mill.  Ztr.  anzunehmen, ­
  eischeint  im  Verhältnis  ganz  unbedeutend. ­
  China  ist  ebenfalls  in  mehreren  seiner
Provinzen  sehr  kohlenreich  und  S.  bUdet  dort
seit  uralten  Zeiten  ein  gewöhnliches  Brennmaterial,
wogegen  man  in  Ostindien  den  Stoff  nicht  kannte
oder  nicht  achtete,  denn  erst  in  neuerer  Zeit
haben  dort  die  Engländer  Gruben  in  Betrieb
gesetzt  und  gewinnen  schon  bedeutende  Massen
Kohlen  für  Eisenbahnen  und  Dampfschiffahrt.—
In  Europa  hat  bekanntlich  Großbritannien  die
reichsten  Kohlenschätze,  um  so  wertvoller  als
die  Becken  auch  leicht  zugänglich  sind,  ’teils
direkt  zur  See,  teils  durch  ein  hoch  entwickeltes
Kanal-  und  Eisenbahnsystem.  In  Schottland,
England  und  Wales  liegen  die  hauptsächlichsten
Kohlenfelder;  Irland  liefert  das  wenigste.  —
Nächst  England  ist  Deutschland  am  meisten  mit
Kohlen  gesegnet,  dann  folgt  Belgien;  Frankreich
hat  für  seinen  Bedarf  auf  eigenem  Boden  bei
weitem  nicht  genug  und  muß  bedeutende  Einfuhren ­
  machen;  es  ist  für  England  der  stärkste
Abnehmer.  Die  drei  erstgenannten  Länder  führen
aus  und  suchen  ihre  Ausfuhr  zu  vermehren.
Nach  Deutschland  (Stettin,  Hamburg,  Bremen)
gelangen  zwar  noch  englische  Steinkohlen,  aber
die  Einfuhr  ist  im  Abnehmen  und  wird  in  Zukunft
durch  inländische  Kohle  wahrscheinlich  ganz
entbehrlich  gemacht  werden.  Die  hierzu  nötige
wohlfeile  Eisenbahnfracht  —  1  Pfennig  pro  Zentner
und  Meile  —  welche  auf  den  norddeutschen
Bahnen  gilt,  ist  auch  für  die  Zwickauer  Kohlen
in  nördlicher  Kichtung  gewährt  worden.  Seit
Eröffnung  der  Gotthardtbahn  hat  der  Export
deutscher  Kohlen,  namentlich  westfälischer,  nach
Italien  begonnen,  welches  bisher  nur  englische
Kohlen  bezog.  Im  allgemeinen  hat  in  den
letzten  Jahren  die  Kohlenförderung  nach  dem
früheren  starken  Kückgang  überall  wieder  eine
Steigerung  erfahren,  ein  erfreuliches  Zeichen  für
das  Aufblühen  von  Industrie  und  Handel.  Großbritannien ­
  fördert  jetzt  jährlich  über  2500  Millionen ­
  Ztr.  S.  Die  Ausfuhr  geht  nach  Frankreich, ­
  Holland,  der  Schweiz,  Kußland,  Schweden
und  Dänemark,  übrigens  aber  auch  in  die  Mittelmeerländer ­
  und  nach  den  Kohlenstationen  auf
allen  Punkten  der  Erde,  wo  Dampfschiffe  verkehren. ­
  —  In  Deutschland  sind  die  bedeutendsten
Kohlenlager  im  Besitz  Preußens.  Das  bedeutendste ­
  Becken  Preußens  ist  das  längs  dem  Nordrande ­
  des  rheinisch-westfälischen  Schiefergebirges
sich  hinziehende,  das  man  gewöhnlich  das  Kuhrbecken
  nennt,  weil  dieser  Fluß  einen  Teil  desselben ­
  durchfließt.  Hier  hat  sich  seit  einer  Keihe
von  Jahren  Hand  in  Hand  mit  dem  Aufschwünge
einer  großartigen  Eisenindustrie,  ein  gewaltiger
Bergbau  entwickelt  und  mehr  als  die  Hälfte  des
gesainten  preußischen  Erzeugnisses  wird  hier
geschöpft.  Man  hat  die  Massen  der  hier  liegenden ­
  reichen  Flütze  zu  berechnen  versucht  und
ist  zu  dem  Kesultat  gekommen,  daß  dieselben,
in  jetzigem  Umfang  fortbetrieben,  wohl  5000  Jahre
Vorhalten  würden.  Die  Kohlen  gehören,  der
Qualität  nach,  zu  den  besten  und  kommen  in
allen  Varietäten  von  der  schwerbrennenden  Sand-
            
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