Full text : Klemens Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Steingut

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Steinkohle

dip  .  Selten  wohl  kommt  eine  Thonart  vor,
allein  allen  Anforderungen  entspräche,
V|  sind  die  in  den  Fabriken  verarbeiteten
g  der  Kegel  Gemische  mehrerer  Thonen
  oder  anderer  Substanzen,  wie  Mergel  oder
VilH^^*’  gemahlener  Feuerstein  u.  dgl.,  um  eine
M«  und  doch  das  Brennen  aushaltende
Tr  gewinnen,  da  zu  fetter  Thon  beim
Bi”und  Brennen  jedenfalls  reiüen  würde,
^.^''“•■^ereitung  der  Zuthaten  durch  Schlämmen,
Von  T,  „  Vereinigung  derselben  in  Form
Dü  Kneten  der  Masse  auf  Thonmühlen,
Auf”  I  durch  Filterpressen  u.  s.  w.  und
derselben  auf  der  Drehscheibe,
Q.  ^  Eindrücken  in  oder  überschlagen  über
kaH  n.  8.  w.  kommt  ganz  mit  der  Fabri-Porzellans
  (s.  d.)  überein,  geht
Masd  leichter  von  statten,  da  dessen
^  formbarer  ist  als  Porzellanteig.  Aller-Po^*
  ipu*  es  auch,  weil  dieser  Artikel  mit  dem
bearh  •  konkurriert,  Massen,  die  sich  schwerer
eben  lassen.  Die  Steingutwaren  werden
*weim  1^*®  Porzellan,  in  Kapseln  eingesetzt,
gegf„-  ®  gebrannt,  aber  bei  lange  nicht  so  hoch
Temperatur.  Zwischen  den  ersten
Olattk’  Verglühen,  und  den  Glasurbrand  oder
derie  •  auch  Kauhbrand,  fällt  die  Dekoration
Ware,  deren  Verzierungen  unter  der
Uder  eie  nicht  Vergoldungen
sind  ^^utalllüster  oder  reichere  Dekorationen
nach  der  Glasur  aufgesetzt  und
Mutier  Muffeln  eingebrannt  werden.  Sehr
üialer-***^  Kauhmalerei  oder  Unterglasur-^eich”^
  angewendet  und,  bei  welcher  einfarbige
durch  Überdruck  auf  die  Ge-*Uach”
  K^bracht  werden,  die  sehr  wenig  Kosten
Bind  doch  sehr  hübscher  Effekte  fähig
Glag.  if*®  Farbstoffe  sind  wie  bei  Porzellan  und
zu  grün,  Kobaltoxyd  zu  blau,
Oxyd  ^^®**  Kobalt-,  Mangan-  und  Kupfer-&í¡tt„l***
  uuhwarz  u.  s.  w.  Violette  Töne  werden
Pulvert  ^  ***^  colour  erzeugt.  Diese  feinst  gegeinigfr**
  Farbenkörper  werden  mit  Druckfimis
Sehr  r  f  ."nd  hiermit  die  Ornamente,  welche
diesen'*^  ***  Kupferplatten  ausgeführt  sind,  von
Die  p  dünnes  präpariertes  Papier  gedruckt.
Und  ^upuratur  besteht  aus  einer  aufgetrockneten
*U'Ken  aufweichbaren  Schicht  einer  schlei-Weiehp
  Flohsamenschleim  u.  dgl.,  auf
der  n  *"  u  >  nnd  nicht  auf  dem  Papiere  selbst,
lern  »oü*”  •  A"*  diesen  gedruckten  Blätklebt
  «•  **®**^®^  man  die  Figuren  passend  aus  und
Und  A  ®  ^i**^  das  matte  Geschirr  unter  Andrücken
^'räigi"^®*®®**  Nach  dem  Antrocknen  des
teibt  p”*  ^ctzt  man  das  Papier  mit  Wasser  und
^asser*  u?  ®^®^  stellt  gleich  die  Geschirre  in
i>a  die  V  ®*®  *^*®  Fapiere  von  selbst  abfallen.
Farben  ^upferplatten  durch  die  mineralhaltigen
Ulan  (j:  a®  **^  rasch  abgenutzt  werden,  so  faüt
UUf  f  bache  auch  noch  anders  an:  man  druckt
^rkgt  j  ®"^®  Gelatineblätter  mit  bloßem  Firnis,
glaubt  1^^®  drucke  auf  die  Geschirre  und  über-I
  U,  vir'f  u'^'*  ®*^®*  mit  den  feingepulverten  FarulasgQ
  ®*che  von  den  leeren  Stellen  durch  Ab-.®dcr
  Wischen  leicht  zu  entfernen  sind,
gesch^  L®”*  Finsel  für  die  Dekorierung  des
i^^he  im'”"*'  ^uschränkt  sich  auf  Reifen  und  eiii-*^Ugende
  wiederkehrende  Ornamente.  Hervor-^Uzahi
  *'rmen  verstehen  es  jedoch,  sich  eine
«.ulten  anf”^  Degußfarben  zu  versetzen  und  ers
  j*®***  rauhen  Scherben  einen  einfarbigen
®**rcb  A,,  '  der  in  der  mannigfaltigsten  Weise
asparen.  Reservage,  oder  Aufmalen  auf

der  Glasur  zu  künstlerischen  Arbeiten  verwendet
wird.  Das  Glasieren  erfolgt  in  derselben  Weise
wie  bei  anderen  Thonwaren  durch  Eintauchen
in  eine  Glasurbrühe  (s.  Porzellan),  Trocknen
und  Brennen.  Dem  eigentlichen  Brennen  zur
Glasur  geht  aber  bei  dekorierten  Sachen  eine
leichtere  Erhitung  in  kleinen  Öfen  vorher  zur
Zerstörung  des  Firnisses,  welcher  die  Glasur  ahstoßen
  würde.  Die  Glasuren  des  S.  sind  immer
stark  bleihaltig  und  bestehen  aus  einem  Glase,
dM  vorher  aus  Kieselpulver,  Soda,  Borax  und
Bleiweiß  oder  Mennige  erschmolzen,  gestampft
und  mit  Wasser  fein  gemahlen  wurde.  Es  bildet
sich  also  beim  Einbrennen  eine  dünne  durchsichtige ­
  Glashaut,  welche  die  Grundfarbe  sehen
läßt,  und  da  diese  in  der  Regel  etwas  gelblich
ist,  so  versteckt  man  dies  dadurch,  daß  man  die
Glasur  mit  ein  wenig  Smalte  anbläut.  —  Die
Steingutwaren  sind  je  nach  ihrer  Masse  und  der
angewandten  Temperaturgrade  mehr  oder  weniger
hart  und  klingend,  doch  niemals  in  dem  Grade
wie  Porzellan,  dessen  Durchscheinbarkeit  ihnen
ebenfalls  abgeht.  Ein  Fehler  der  Ware  ist,  daß
die  weiche  Glasur  mit  der  Zeit  gewöhnlich  eine
Menge  feiner  Risse  und  dadurch  ein  schlechtes
Aussehen  bekommt.  Die  Steingutwaren  werden
in  großer  Menge  erzeugt,  sind  sehr  wohlfeil  und
müssen  es  sein,  da  ihnen  das  ordinäre  Porzellan
viel  Konkurrenz  macht.  Steinzeng  (s.  unten)
bildet  eine  andere,  mit  dieser  nicht  zu  verwechselnde ­
  Warengattung.  —  Statistisches  und  Zoll
s.  Thonwaren.
Steinkohle  (frz.  houille,  charbon  de  terre;
engl,  coal,  pitcoal),  ein  Brennmaterial,  dessen
eminente  Wichtigkeit  für  Industrie  und  Verkehr
der  Gegenwart  und  somit  für  die  ganze  Gestaltung ­
  der  heutigen  Zustände  des  Völkerlebens
speziell  darzulegen,  überflüssig  sein  würde.  Sie
ist  vor  allem  der  Hebel  zur  Gewinnung  des
Hauptelementes  Eisen;  im  Bunde  mit  dem  Wasser
treibt  sie  die  Kraftmaschinen,  welche  unsere
Eisenbahnzüge  und  Dampfschiffe  bewegen  und
in  zahllosen  Fabriken  verschiedenster  Art  mit
Millionen  von  Pferdekräften  arbeiten  ;  sie  liefert
die  Schmelz-,  Glüh-  und  Siedehitze  zu  den
mannigfachsten  technischen  Zwecken,  und  als
Heizmaterial  in  den  Wohnungen  hat  sie  schon
seit  langer  Zeit  in  dem  Maße  mehr  Platz  gegriffen, ­
  wie  das  Holz  seltener  und  teurer  wurde.
Aus  der  Kohle  stellen  wir  endlich  die  Gase  dar,
die  uns  Häuser  und  Straßen  mit  dem  schönsten
Licht  erhellen  und  aus  dem  hierbei  entstehenden
Teer  fabriziert  man  zahlreiche  prachtvolle  Farben
und  andere  nützliche  Präparate,  während  das
gleichzeitig  auftretende  Gaswasser  jetzt  fast  die
alleinige  Quelle  für  die  Herstellung  des  Ammoniaks ­
  abgibt.  In  den  Steinkohlenschätzen,  die
jetzt  meist  sehr  tief  im  Erdinnem  stecken,  haben
wir  die  Überreste  einer  nrweltlichen,  von  der
jetzigen  ganz  verschiedenen  Pflanzenwelt  vor
uns.  Aus  den  Versteinerungen,  Abdrücken  und
Strukturen,  die  sich  im  Steinkohlengehirge  und
in  der  Kohle  selbst,  wenigstens  in  der  Blätterkohle, ­
  reichlich  vorfinden,  hat  man  sich  eine
Steinkohlenflora  konstruiert,  nach  welcher  Sumpfwaldungen ­
  kryptogamischer  Gewächse,  in  einer
feuchtlieißen  Atmosphäre  zu  Bäumen  aufgeschossene
  l  amkräuter,  Schachtelhalme  oder  solchen
vergleichbare  Gebilde  es  waren,  die  den  Stoff
zu  den  Kohlen  geliefert  haben.  Man  denkt  sich
nicht,  daß  zur  Bildung  der  Kohle  besonders
hohe  Hitzegrade  mitgewirkt  haben,  sondern  glaubt,
daß  die  Zersetzung  der  Pflanzenfaser  unter  Luft-
            
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