Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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Organ empfängt von seinen Aufgaben die innere Gliede 
rung! Erst das Enthaltensein in einem höheren Ganzen be 
stimmt seinen inneren Bau. So auch in der Stadtwirtschaft. 
Die innere Organisation — und zwar sowohl das Autarkie 
streben wie das entgegengesetzte Bestreben, sowohl der innere, 
selbstversorgte Markt, wie der äußere auf Handel, Geld und 
Uberschußtausch gegründete Markt — war ihrem Rahmen nach 
durch die damalige Gesamtganzheit der Wirtschaft mit ihrem 
bestimmten (politisch bedingten) Kapital höherer Ordnung und 
ihrer Ausgliederung in gutsherrliche und gewerbliche Wirtschasts- 
körper gegeben. 
Die bisherige Theorie hat allerdings die Wirtschaftsgeschichte 
im Stich gelassen; aber noch schlimmer ist es, wenn diejenigen, 
die Theorie treiben sollen, statt dessen schlechte Geschichte 
schreiben. Dieser Vorwurf trifft die ganze jüngere geschicht 
liche Schule der Volkswirtschaftslehre, schon v. Below hat 
ihn gegen sie, als reiner Historiker sprechend, erhoben^). 
Die Wirtschaftsgeschichte muß, wie alle Geschichte, die 
großen Ganzheiten aufsuchen und erkennen und die Einzel 
vorgänge in ihrer Gliedhaftigkeit bestimmen. 
Die Grundwahrheit und Grundtatsache 
der Wirtschaftsgeschichte ist, daß alles 
wirtschaftliche Geschehen nur ständisch 
genossenschaftliche Art zeigt, und daß 
lediglich in vorübergehender Weise die 
jeweiligen festen ständischen Bindungen 
auf lockere, gemäßigt-kapitalistische Bin 
dungen herabgesetzt werden können. 
In meinem Buche „Der wahre Staat"^) habe ich diesen 
Gedanken in Bezug auf den modernen Kapitalismus folgender 
maßen entwickelt: 
0 Ztschr. f. Sozialwissensch., Leipzig 1904. 
2 ) 2. Aufl., Leipzig 1923.
	        
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