Object: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Siebter Abschnitt. 
Austausches vollzog. Der eine der Austauschenden verkauft seine 
Arbeitskraft, der andere kauft sie. Der erstere empfängt den Wert 
seiner Ware, deren Gebrauchswert — die Arbeit — damit an den 
zweiten veräußert ist. Dieser verwandelt nunmehr, ihm bereits 
gehörende, Produktionsmittel mit Hilfe von ihm ebenfalls gehörender 
Arbeit in ein neues Produkt, das ihm ebenfalls von Rechts wegen 
gehört. 
Der Wert dieses Produkts schließt ein: erstens den Wert der ver- 
brauchten Produktionsmittel. Die nützliche Arbeit kann diese Pro- 
duktionsmittel nicht verbrauchen, ohne ihren Wert auf das neue 
Produkt zu übertragen; um aber verkäuflich zu sein, muß die 
Arbeitskraft imstande sein, in dem Industriezweig, wo sie verwandt 
werden soll, nützliche Arbeit zu liefern. | 
Der Wert des neuen Produkts schließt ferner ein: das Aequl 
valent des Wertes der Arbeitskraft und einen Mehrwert. Und zwar 
deshalb, weil die für einen bestimmten Zeitraum, Tag, Woche usw» 
verkaufte Arbeitskraft weniger Wert besitzt als ihr Gebrauch 
während dieser Zeit schafit. Der Arbeiter aber hat den Tauschwert 
seiner Arbeitskraft bezahlt erhalten und hat damit ihren Ge- 
brauchswert veräußert — wie das bei jedem Kauf und Verkauf 
der Fall. 
Daß diese besondere Ware Arbeitskraft den eigentümliche? 
Gebrauchswert hat, Arbeit zu liefern, also Wert zu schaffen, da® 
ändert nicht das geringste an dem allgemeinen Gesetz der Warel- 
produktion. Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschossene Wert 
summe sich im Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sonder? 
um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her au? 
einer Uebervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seine! 
Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch 
den Käufer. , 
Das Gesetz des Austausches bedingt Gleichheit nur für di® 
Fauschwerte der gegeneinander weggegebenen Waren. Es bedingt 
sogar von vornherein Verschiedenheit ihrer Gebrauchswerte und 
hat absolut nichts zu schaffen mit ihrem Verbrauch, der erst nach 
geschlossenem und vollzogenem Handel beginnt. 
Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollziebt 
sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetze? 
der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigel 
tumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis: 
1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht de” 
Arbeiter; 
2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vor“ 
geschossenen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Ar 
beiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat, und d® 
dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird; ;o 
3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und ® 
aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. 
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