Full text: Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

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der Pfandbriefbesitzer durch landeslierrliclies Privilegium für Mecklcn- 
burg-Scbweriu Gesetzeskraft erhalten. Endlich hahen diese beiden 
Banken den Umstand miteinander gemein, dass sie sich durch 
ihre Berliner Niederlassungen mit dem Gründungstreiben in eine 
nähere Berührung bringen Hessen, als Hypothekenbanken zusteht, 
und als ihnen resp. ihren Aktionären gut war. Bir Kredit war 
daher längere Zeit ein ziemlich schlechter und hat sich erst allmälig 
wieder so weit befestigt, dass man ihren Pfandbriefen im Allge 
meinen nicht weniger Vertrauen schenkt, als den Sicherheiten 
anderer Realkredit-Institute. Pro 1873 konnten beide Banken keine 
Dividende vertheilen. Die Mecklenburgische Hypetheken- und 
Wechselbank schloss dabei zwar formell ohne Verlust ab, tbat- 
sächlich war aber doch eine Unterbilanz vorhanden, wie aus 
den nachträglichen Abschreibungen aus den späteren Jahresgewinnen 
auf die alten Geschäfte zu Genüge hervorgeht. Von einer, durch 
die Hamburger Aktionäre des Instituts dargestelltcn Majorität 
wurde in der General-Versammlung des Jahres 1874 die Licpiidation 
der Anstalt beschlossen, diesem Beschluss aber regierungsseitig 
die Genehmigung versagt, und als eine zweite General-Versammlung 
im selben Jahr über die Frage ; Sein oder NichtseinV zu entscheiden 
hatte, fand sich für das Nichtsein keine ausreichende Mehrheit. 
Die Verwaltung des Instituts hat seitdem, wie es scheint, mit den 
alten Sünden ziemlich abgerechnet, und den Aktionären einen 
erträglichen Zins herausgearbeitet. Nach dem Geschäftsbericht pro 
1876 war die Bank an 12 Subhastationen bethciligt, wobei sie in 
einem Falle 750 M. verlor und zwei Grundstücke selbst übernehmen 
musste. Auf Konto-Korreiiti waren 106,606 M. abzuschreiben, resp. 
wurden solche auf Delkredere-Konto gebucht. Der Bestand an 
Hypotheken, den die Direktion rUcksichtlich der wenig guten, aus 
früheren Jahren stammenden Hypotheken zu verringern bemüht 
sei, war Anfangs v. J. 9,513,020 M. Der Stand p. ult Dezember 
1876 ist aus den uns vorliegenden Mittheilungen (ein Geschätts- 
bericht-Exemplar konnten wir leider nicht erlangen) nicht ersichtlich. 
Dagegen ist der Hypotheken-Lombard-Konto mit 1,880,612 M. und 
der Pfandbriefumlauf mit 6,588,400 M. angegeben. Die Pfandbriefe 
tragen 5 und 4'/2 pCt. Zinsen. Die erste Emission (à 4‘/.^ pCt.) 
von 3 Millionen M. ist mit 25 pCt. Amortisations-Entschädigung 
rückzahlbar. Zur Aufbringung des Agios besteht eine geringe 
Reserve. Ueber die Tilgung oder Verbuebung des Disagios der
	        
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