6. Kap. Schauplatz und Ausdehnung der Güterproduction.
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der Dampfschiffe und vor allem der Eisenbahnen hervorgerufen, hat noch ge
waltigere Folgen gehabt und die Menschen, die früher hauptsächlich Dörfer
und Einzelgehöfte bewohnten, vielfach in großen Städten zusammengeführt.
Dieses unverhältnißmäßige Anwachsen der Städte ist einer der auffälligsten
Züge des 19. Jahrhunderts, und in allen Ländern, in welchen die neuen
Transportmittel in weitem Umfang zur Anwendung gelangt sind, wahrnehmbar:
so in Großbritannien und Irland, in Frankreich, in Deutschland, in Belgien,
in den Vereinigten Staaten u. s. w. Bisweilen hat die Zahl der ländlichen
Bevölkerung sogar absolut abgenonimen, nicht nur im Verhältniß zur städtischen
Einwohnerschaft; dies ist z. B. in England und in Frankreich der Fall ge
wesen. Die Ursache des Phänomens der großartigen Zunahme der städtischen
Bevölkerung liegt offen zu Tage. Die neuen Communicationsmittel haben
die Hindernisse beseitigt, unter welchen die Wirkungen des von den Städten
uns die Außenwohnenden geübten Reizes nicht zu voller Geltung kommen
konnten. Die verschiedensten Gründe, religiöse, politische, wiffenschaftliche,
literarische, künstlerische und andere Interessen ziehen Leute deshalb in die
Städte, weil sie vielfach nur in diesen gepflegt werden können. Sodann üben
die in den Städten sich darbietenden erlaubten und unerlaubten Vergnügungen
eine mächtige Anziehungskraft aus, wozu noch der Umstand kommt, daß die
unerlaubten Vergnügungen in den Städten viel mehr im geheimen genossen
werden können, als das auf dem Lande möglich ist. Endlich' machen die durch
die Organisation der Arbeit gewährten Vortheile gerade die Städte zum Sitz
der Industrien, soweit dem nicht gewichtige Hemmnisse entgegenstehen. Früher
war das bedeutendste Hinderniß dieser Art, welches sich dem Wohnen und
dem Industriebetrieb in den Städten entgegenstellt, die Theuerung der Nahrungs
mittel und des Rohmaterials. Das Leben auf dem flachen Lande war lang-
aber 1,11% Biese #en f# inbeffen infolge ber ans bein
ebictc des Transportwesens vollzogenen Revolution sehr geändert. Es hat
eine bedeutende Verbilligung der betreffeiiden Gegenstände stattgefunden, wenn-
9 eich dieselben in den größern Städten noch immer theurer sind als auf
dem Lande.
Alle diese Verhältnisse haben zur Bildung großer Bevölkerungscentren in
en Städten beigetragen und allmählich Uebelstände gezeitigt, die zivar nicht
on und für sich neu waren, aber eine früher nicht gekannte Ausdehnung
erselben erlitten. Die Entdeckung Amerikas brachte zunächst den spanischen Häfen
! 1 st und Cadiz, später den englischen und niederländischen den größten Vortheil,
, ? â nd di^ Mittelmeerländer ziemlich leer ausgingen. Die im Mittelalter so ver-
k hrsreiche Ostsee ist im Laufe der vergangenen Jahrhunderte gegen die Nordsee und
" CCstn ganz in den Hintergrund getreten. Es lassen sich viele derartige Beispiele