Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

VI 
Vorwort des Uebersetzers und Bearbeiters. 
schaftlichen Probleme von ihrem sittlichen Inhalt loszulösen trachtete und alle 
einschlägigen Fragen nur unter dem Gesichtspunkte einer möglichst großen Ent 
wicklung des Reichthums, einer forcirten Förderung der Sachgüterproduction 
betrachtete. 
Indessen ist in einer Gesamtdarstellung der Volkswirtschaftslehre in 
deutscher Sprache das ethische Moment wohl kaum je mit mehr Entschiedenheit, 
mit größerer Folgerichtigkeit, als sich Devas derselben befleißigt hat, syste 
matisch betont worden. 
Als ein besonderer Vorzug des Buches darf endlich auch die mit großer 
Maßhaltung und ohne die mindeste verletzende Polemik gegen Andersgläubige 
bethätigte Berücksichtigung der für das sociale und wirtschaftliche Gebiet in 
Betracht kommenden Grundsätze der katholischen Kirche gelten. 
Auch wohlwollende und kenntnißreiche akatholische Autoren vermögen sich 
hie und da nicht von einer Voreingenommenheit gegenüber katholischen Prin 
cipien und Institutionen vollkommen frei zu halten. Bei Devas, dein Katho 
liken, findet man im Gegensatz dazu an den Stellen, wo sich Gelegenheit 
bietet, sachgemäße Hinweise auf die Lehren und das heilsame Wirken der 
Kirche und ihrer Organe. Es gibt ja weite Gebiete der Volkswirtschaftslehre, 
auf denen sich schließlich kein Anlaß zu irgend welcher Geltendmachung eines 
confessionellen Standpunktes darbietet. Andererseits gibt es aber so manche 
andere Punkte, welche eine Betonung des katholischen Standpunktes sehr wohl 
zulassen, ja zur Nothwendigkeit machen, und so muß denn ein Werk mit 
Freuden begrüßt werden, welches diesem Standpunkt rückhaltlos, aber ohne 
Aufdringlichkeit Rechnung trägt. 
Wenn demnach eine Uebersetzung des Dcvasschen Werkes durchaus ge 
rechtfertigt erscheinen muß, so konnte eine solche doch für das deutsch redende 
Lesepublikum nur dann von Vortheil sein, wenn dasselbe in ziemlich bedeuten- 
dem Umfange einer Umarbeitung unterzogen wurde. Der Verfasser ist ebeu 
Engländer und schrieb für Engländer. Nun weist aber England in socialer 
und volkswirtschaftlicher Hinsicht ganz besondere Verhältnisse auf, die natürlich 
in gewissem Umfange nur für Engländer ein eingehenderes Interesse erwecken 
können. Es mußte sich also empfehlen, die betreffenden Stellen des Buches 
auszulasten, wie es andererseits unumgänglich nothwendig war, dem Werke 
so mancherlei einzuverleiben, was für deutsche und österreichische Leser von 
Wichtigkeit ist; und da sich in sämtlichen mittel- und westeuropäischen Eultur- 
staaten eine ziemlich weitgehende Uebereinstimmung der Entwicklung gewisser 
socialer und wirtschaftlicher Verhältnisse herausgebildet hat, so war auch auf 
die französischen, belgischen, schweizerischen, ja selbst auf die italienische» Zu 
stände Rücksicht zu nehmen. Es ist denselben denn auch in der That eine 
mehr oder minder eingehende Beachtung zu theil geworden.
	        
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