hatte, sich nicht mehr in so günstigen Vermögenverhält-
nissen befand wie früher. Er geriet schon nach einigen
Monaten in Zahlungschwierigkeiten. Die Kieler Neuesten
Nachrichten wurden verkauft. Der neue Verlag erklärte
nichts von Bodenreform und Parteipolitik wissen zu wol-
len und Damaschke war schon anfang Februar 1897 ge-
zwungen, die Schriftleitung beider Blätter niederzu-
legen.
Soweit es an uns gelegen hatte, war alles geschehen,
um ihm seine Aufgaben in Kiel zu erleichtern. Damaschke
hatte dort eine freundliche Aufnahme gefunden. Er hatte
bald zahlreiche Bekannte und Freunde erworben, von
denen manche dauernd für unsere Bestrebungen ge-
wonnen worden sind. Die beiden Blätter waren von
uns in tatkräftiger Weise unterstützt worden. Ich habe
in den vier Monaten für die Kieler Neuesten Nachrichten
zwölf Leitartikel geliefert, für die zumteil Aufsätze aus
Frei Land benutzt worden waren, die später von mir in
mein Buch „Bodenreform! “*) aufgenommen worden sind.
Flürscheim, Pastor Zollmann, Carl Marfels, Professor
Dr. Büchner, Konsul Franz Paetow und Ludwig Eschwege
haben Aufätze in der Deutschen Volksstimme veröffent-
Dich. Es war Damaschke gelungen, die Wochenschrift
Deutsche Volksstimme aus dem Zusammenbruch zu ret-
ten. Sie ist noch zwei Monate unter anderer Leitung in
Kiel weiter erschienen. Dann ist sie zunächst in seinen
Besitz und später in den einer aus Freunden unserer
Bewegung gebildeten Gesellschaft übergegangen.
I" 5. April 1897 an ist die Deutsche Volksstimme
von Damaschke in Berlin herausgegeben worden.
Das Blatt ist als Frei Lands achter Jahrgang erschienen
und als gemeinschaftliches Publikation Organ des Deut-
schen Bundes für Bodenbesitzreform und des Deutschen
I .) Vergl. Anmerkung auf S. 231.
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