Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Vorwort des Uebersetzers und Bearbeiters. 
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nicht unter den Gesichtspunkten der Tagespolitik, der Rücksicht auf halb- oder 
ungebildete Wählerkreise zu leiden habe, sondern einer wahrhaft gerechten 
Lösung zugeführt werde. 
Unter den von uns dem Tevasschen Werke eingefügten Zusätzen seien 
weiter noch die folgenden erwähnt: 
Ueber den Begriff und die geschichtliche Entwicklung des Wechsels haben 
wir uns auf Seite 261—263 verbreitet, über das Bankwesen Deutschlands, 
Oesterreich-Ungarns, Frankreichs und Italiens auf Seite 269—272. 
Daß die Termingeschäfte, über deren Schädlichkeit oder Erlaubtheit gegen 
wärtig so viel hin und her gestritten wird, insbesondere auch gelegentlich der im 
Winter und Frühjahr 1896 in der Commission des Teutschen Reichstages 
stattgefundenen Berathung der auf die Regelung der Börsenverhältniffe bezüg 
lichen Gesetzesvorlage, eine etwas eingehendere Beleuchtung erforderten, braucht 
kaum hervorgehoben zu werden. Dieselbe ist auf Seite 279—282 versucht 
worden. Bekanntlich sind es vornehmlich auch die Termingeschäfte in Getreide, 
welche den lebhaftesten Widerwillen der agrarischen Kreise hervorgerufen haben. 
Besonders wuchtige Schläge hat der bekannte, weitgereiste und kenntnißreiche 
Schriftsteller Dr. G. Ruhland gegen diese Geschäfte und die dabei zu Tage 
tretenden Mißbräuche geführt. Eine Broschüre dieses Autors: ,Tie Agrarfrage 
und das internationale Großkapital (Wien 1895), in welcher die bereits in 
seiner .Wirtschaftspolitik des Vaterunsers* (Berlin 1894) vertretenen Grund 
sätze abermals stark betont sind, ist uns erst nach Fertigstellung des be 
treffenden Abschnittes zu Gesicht gekommen. So müffen wir denn an dieser 
Stelle einige Bemerkungen über diese jedenfalls sehr beachtenswerthe Arbeit 
machen. Ter Verfasser derselben schreibt das Fallen der Getreidepreise, welches 
sich in den letzten Jahren vollzogen hat, nicht der Ueberproduction der trans 
atlantischen Länder zu. Er behauptet vielmehr, daß die Gesamtmenge des auf 
der Erde producirten Weizens in den letzten Jahren bereits wieder geringer 
gewesen sei als in den unmittelbar vorhergehenden, und daß sich die Preise 
trotzdem und trotz der erheblichen Zunahme der Bevölkernngszahl in den letzten 
Jahren auf dem bekannten niedrigen Niveau erhalten hätten. 
Der Grund der andauernd niedrigen Getreidepreise und speciell des 
Zinkens der Weizenpreise sei vielmehr darin zu suchen, daß die Börse durch 
die Termingeschäfte betreffs ungeheurer Mengen von Weizen den Preis regulire 
und ungebührlich Herabdrücke, indem sich die Speculation ganz vorzugsweise 
auf die künstliche Herbeiführung einer Baisse richte, gegen welche die der Or 
ganisation ermangelnden Producenten nichts auszurichten vermöchten. Das 
alles wird nun durch den Hinweis auf gewiffe Berechnungen des Ernteertrags 
der Jahre 1882—1894 (s. a. a. O. S. 10) sowie durch die Seite 12 und 20 
über das Börsentreiben mitgetheilten Facta zu erhärten gesucht. Dem gegenüber
	        
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