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II. Buch. Der Güteraustausch.
von ihnen ein zur Viehmästung geeigneteres Landgut und bessere Kenntnisse
des einzuhaltenden Verfahrens besitzt, so ist er dem andern gegenüber beträcht
lich im Vortheil und kann unter Umständen 10% mehr als sein Concurrent
zahlen bei sonst gleichen Verhältnissen. Im zweiten Falle, d. h. wenn es
sich um das Kaufen zum Zwecke persönlicher Consumtion handelt, ist die
Werthberechnung noch schwieriger. Gar mannigfache Umstände üben auf die
Werthschätzung, welcher die Einzelnen die für ihren Consum bestimmten Gegen
stände unterziehen, ihren Einfluß aus, und der Maßstab dieser Schätzung ist
allein in dem Preise zu finden, welchen jemand zu zahlen gewillt ist, falls
er sich das betreffende Object oder einen Ersatz für dasselbe nicht anderweitig
zu verschaffen vermag. Seine Werthschätzung und der dieser Werthschätzung
entsprechende Preis wird im allgemeinen desto höher ausfallen,
1. je dringender das Bedürfniß ist, welchem der Gegenstand zu dienen
bestimmt ist. So sind Lebensmittelvorräthe und Brennmaterial in kalten
Ländern etwas ganz Unentbehrliches. Will der Käufer mit ihrem Einkauf
warten, bis die Preise dieser Gegenstände sinken, so muß er eine Zeitlang
darben und frieren.
2. je mehr Bedürfnisse das betreffende Gut zugleich befriedigt. Tahe''
kommt es, daß selbst ein ganz kleines Haus theurer bezahlt wird als ein Zeli-
3. je weniger Gegenstände der nämlichen oder ähnlicher Art er bereits
besitzt; i
4. je größer sein Vermögen und demnach seine Kaufkraft ist. Ein
Sammetkleid, ein Brillantdiadem oder ein Landhaus hat für eine Arbeiter
familie keinen oder doch nur geringen Werth. Nicht, daß Leute solch«-'"
Standes kein Verlangen nach derartigen Dingen tragen würden, vielmehr'
liegt ihr Erwerb für dieselben so sehr außerhalb des Bereiches der Möglich'
keit, daß sie für die Angehörigen der niedern Volksklassen keinen actuelle"
Werth besitzen können.
Es ist bereits auf die Nothwendigkeit hingewiesen worden, daß l»e
Einzelnen das Verlangen nach dem Ueberflüssigen der Fürsorge für das Noth'
wendige und Nützliche unterordnen. Gleichviel aber, ob eine solche vernünftige
Unterordnung stattfindet oder nicht, irgend eine wechselseitige Einordnung & er
verschiedenen menschlichen Bedürfnisse in eine bestimmte Reihenfolge muß st"tt'
finden. Diese Einordnung übt alsdann ihren Einfluß auf die Preise, inde"'
sich die Werthschätzung der verschiedenen Gegenstände im Anschluß an sie ""
unter Berücksichtigung der vier soeben entwickelten Gesichtspunkte vollzieht.
geschieht es, daß man gewisse Gegenstände um jeden Preis erstehen wust
während andere vielfach nur dann gekauft werden, wenn sie billig sind.
folgt dann ein beträchtliches Steigen des Preises solcher bisher billigen Artile,
welche jemand zu kaufen gewohnt war, so kann es vorkommen, daß er ""