4. Kap. Tie nichtfreie Preisbildung.
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fur dm Detailhandel viele Märkte. Solche sind nämlich überall da vorhanden,
die Käufer die nöthige technische Warenkenntniß besitzen und wo sich eine
größere Anzahl von Verkäufern gewiffer Waren in einem Absatzgebiete vorfindet.
Origens ähnelt ein jeder Markt, wenn er schlecht organisirt ist, und wenn
entweder ein sehr beträchtlicher Theil der ausgebotenen Waren von einem
^"ä'gen Verkäufer feilgeboten wird oder nur ein einziger Käufer bedeutende
Stellungen macht, mehr oder weniger der Art der Preisbildung, mit welcher
un§ jetzt zu beschäftigen haben. Es läßt sich eben keine ganz scharfe
îņie zwischen freier und nichtfreier Bestimmung der Preise ziehen.
Da, wo kein eigentlicher Markt existirt, findet entweder ein, wenn auch
ņîcht vollkommen freier, Mitbewerb statt oder ist jede Concurren; ausgeschlossen.
bn erstem Fall angenommen, finden wir uns einer Lage gegenüber, in welcher
^ auf der einen Seite eine Concurren; stattfindet. Wenn dem so ist, d. h.
knn der ganze Vorrath von gewissen Gütern, oder wenigstens ein großer
Ģ ìļ ^«selben, sich in den Händen eines einzigen Verkäufers oder einer
- von Händlern befindet, während sachkundige Käufer in Menge vor-
b n en Uud, oder wenn andererseits nur ein Abnehmer oder eine Coalition
Käufern einer größern Anzahl von Verkäufern gegenübersteht, so ist ein
^e^ņopol vorhanden, und die unter solchen Verhältnissen erzielten Preise
ŞN Monopolpreise genannt. Obgleich das Monopol in der Regel
bo "nsten der Verkäufer besieht, so kommen doch auch beachtenswerthe Fälle
JJ Gegentheil vor. Es können sich auch die Käufer im Besitze eines Mono-
^finden. So geschieht es häufig, daß arme Fischer ihre Ware nur an
àņ Händler oder an eine Coterie von Käufern absetzen können und deshalb
i n r 0( enicn sehr geringen Preis hingeben müssen. Auch viele Bauern sehen sich
dix0^ Mangels an directen Verbindungen mit den Konsumenten in
iw ^""gslage versetzt, an Händler verkaufen zu müssen, welche miteinander
làşiļj^ņ^^şiàņdnisse stehen und die Preise ungebührlich herunterdrücken. An-
/er ^"Handlungen über den Wiener Schlachtviehmark, welche um das
zu p- 800 so vielen Staub aufwirbelten, sind große Uebelstände dieser Art
gehender Discussion gelangt.
^uß şich übrigens sehr davor hüten, die Begriffe Monopol und
kinen'/'i ob" Mangel an Vorräthen miteinander zu verwechseln. Es kann
^"îhstandsmarktpreis geben, ein Monopolmarktpreis hingegen ist ein
ģŗlss, der
einen Widerspruch in sich schließt.
f 0 g en ^ şiHt außer Zweifel, daß die Seltenheit gewiffer Güter oftmals ein
die $ n f ntcS natürliches Monopol zur Folge hat. Ein solches genießen z. B.
ļ'kfernd ^ Ziffer besonders günstig gelegenen, das trefflichste Getränke
sshâte en ^mberge, wie die Eigenthümer der Lagen von Johannisberg,
^)quem, Nuits St. Georges u. s. w. Aber die Preise der betreffenden
'Kämpfe. Volkswirtschaftslehre. 13