Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

4. Kap. Tie nichtfreie Preisbildung. 
193 
fur dm Detailhandel viele Märkte. Solche sind nämlich überall da vorhanden, 
die Käufer die nöthige technische Warenkenntniß besitzen und wo sich eine 
größere Anzahl von Verkäufern gewiffer Waren in einem Absatzgebiete vorfindet. 
Origens ähnelt ein jeder Markt, wenn er schlecht organisirt ist, und wenn 
entweder ein sehr beträchtlicher Theil der ausgebotenen Waren von einem 
^"ä'gen Verkäufer feilgeboten wird oder nur ein einziger Käufer bedeutende 
Stellungen macht, mehr oder weniger der Art der Preisbildung, mit welcher 
un§ jetzt zu beschäftigen haben. Es läßt sich eben keine ganz scharfe 
îņie zwischen freier und nichtfreier Bestimmung der Preise ziehen. 
Da, wo kein eigentlicher Markt existirt, findet entweder ein, wenn auch 
ņîcht vollkommen freier, Mitbewerb statt oder ist jede Concurren; ausgeschlossen. 
bn erstem Fall angenommen, finden wir uns einer Lage gegenüber, in welcher 
^ auf der einen Seite eine Concurren; stattfindet. Wenn dem so ist, d. h. 
knn der ganze Vorrath von gewissen Gütern, oder wenigstens ein großer 
Ģ ìļ ^«selben, sich in den Händen eines einzigen Verkäufers oder einer 
- von Händlern befindet, während sachkundige Käufer in Menge vor- 
b n en Uud, oder wenn andererseits nur ein Abnehmer oder eine Coalition 
Käufern einer größern Anzahl von Verkäufern gegenübersteht, so ist ein 
^e^ņopol vorhanden, und die unter solchen Verhältnissen erzielten Preise 
ŞN Monopolpreise genannt. Obgleich das Monopol in der Regel 
bo "nsten der Verkäufer besieht, so kommen doch auch beachtenswerthe Fälle 
JJ Gegentheil vor. Es können sich auch die Käufer im Besitze eines Mono- 
^finden. So geschieht es häufig, daß arme Fischer ihre Ware nur an 
àņ Händler oder an eine Coterie von Käufern absetzen können und deshalb 
i n r 0( enicn sehr geringen Preis hingeben müssen. Auch viele Bauern sehen sich 
dix0^ Mangels an directen Verbindungen mit den Konsumenten in 
iw ^""gslage versetzt, an Händler verkaufen zu müssen, welche miteinander 
làşiļj^ņ^^şiàņdnisse stehen und die Preise ungebührlich herunterdrücken. An- 
/er ^"Handlungen über den Wiener Schlachtviehmark, welche um das 
zu p- 800 so vielen Staub aufwirbelten, sind große Uebelstände dieser Art 
gehender Discussion gelangt. 
^uß şich übrigens sehr davor hüten, die Begriffe Monopol und 
kinen'/'i ob" Mangel an Vorräthen miteinander zu verwechseln. Es kann 
^"îhstandsmarktpreis geben, ein Monopolmarktpreis hingegen ist ein 
ģŗlss, der 
einen Widerspruch in sich schließt. 
f 0 g en ^ şiHt außer Zweifel, daß die Seltenheit gewiffer Güter oftmals ein 
die $ n f ntcS natürliches Monopol zur Folge hat. Ein solches genießen z. B. 
ļ'kfernd ^ Ziffer besonders günstig gelegenen, das trefflichste Getränke 
sshâte en ^mberge, wie die Eigenthümer der Lagen von Johannisberg, 
^)quem, Nuits St. Georges u. s. w. Aber die Preise der betreffenden 
'Kämpfe. Volkswirtschaftslehre. 13
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.