Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II.  Buch.  Der  Güteraustausch.

Gegenstände  werden  nur  dann  eigentliche  Monopolpreise,  ein  wirkliches  Monopol
tritt  nur  dann  in  Wirksamkeit,  wenn  für  solche  außerordentlich  werthvolle
Güter  ein  höherer  Preis  gezahlt  wird,  als  die  Seltenheit  derselben  gemall
den  Regeln,  welche  für  die  Bildung  der  Marktpreise  maßgebend  sind,  naturgemäß ­
  mit  sich  bringt;  denn  der  Monopolpreis  ist  ein  höherer  als  der  Marktpreis, ­
  d.  h.  als  der  Preis,  welcher  erzielt  worden  wäre,  wenn  nicht  minder
auf  seiten  der  Verkäufer  als  der  Käufer  ein  freier  Mitbewerb  unter  einer  größern
Anzahl  von  Producenten  resp.  von  Consumenten  stattgefunden  hätte.
Das  ist  das  Hauptübel,  welches  das  Bestehen  von  Monopolen  zur  Folge
hat:  die  im  Besitz  derselben  Befindlichen  machen  ihren  Profit  zum  Schaden  der
Allgemeinheit.  Auch  wird  dadurch,  daß  die  Zahl  der  Producenten  geringer  rst.
als  sie  beim  Bestehen  eines  freien  Marktes  sein  würde,  vielfach  eine  Verminderung
des  factisch  vorhandenen  Vorraths  an  Gütern  der  betreffenden  Art  herbeigeführt. ­
  So  manche  Producenten  scheuen  vor  einer  allzu  großen  Ausdehnung
ihres  Betriebes  zurück,  weil  sie  die  stark  vermehrte  Mühe  und  die  vergrößerte
Gefahr  der  Veruntreuungen  von  seiten  ihrer  Untergebenen  fürchten.  Au«
besteht  die  Gefahr,  daß  sich  Leute,  die  sich  im  Besitz  einer  großen  gesicherten ­
  Einnahme  befinden,  gegenüber  Betriebsverbefferungen,  deren  Prüfung
Mühe  und  Kosten  verursacht,  und  die  eventuell  nicht  den  erhofften  Erfolg
haben,  ablehnend  verhalten.  Ferner  aber  kommt  es  sehr  häufig  vor.  daß  b#
Monopolbesitzer  directe  Maßregeln  zur  Beschränkung  der  Erzeugung  gewş
Güter  ergreifen.  So  haben  die  Holländer  seinerzeit  den  größten  Theil  de
indischen  Muskatpflanzungen  ausrotten  lassen,  um  einen  höhern  Preis  der
Producte  der  übrig  gebliebenen  zu  erzielen.  Auch  ist  es  in  der  Vorzeit  geschehe  '
daß  Getreide  dem  Verkehr  entzogen  und  sogar  vernichtet  wurde,  um  eine  klink'
liche  Theuerung  hervorzurufen.  Ja  noch  in  unsern  Tagen  hat  man  l
Staate  New  York  in  der  gleichen  Absicht  Milch  aufgekauft  und  dann  all  '
geschüttet.  Solche  Praktiken  sind  eine  der  Formen,  unter  denen  die  absichtlşş
Nichtausnutzung  der  Hilfsquellen  eines  Landes  auftritt,  dieses  gemeinschädlşş
Uebel,  von  dem  wir  bereits  am  Ende  des  8.  Kapitels  des  I.  Buches
spiele  angeführt  haben.  {
Uebrigens  braucht  selbstverständlich  das  Bestehen  eines  Moilopols  n>«
immer  dahin  zu  führen,  daß  eine  möglichst  geringe  Quantität  von  Güte
zum  höchst  möglichen  Preise  zum  Verkaufe  gelangt.  Ja  es  ist  nicht  einM
wahrscheinlich,  daß  es  so  weit  kommt.  Aber  die  Thatsache,  daß  die
eines  Monopols  die  Preise  in  die  Höhe  treibt,  ist  unläugbar,  und  dieses  M
ist  so  groß,  daß  es  keiner  Uebertreibungen  bedarf,  um  die  schlimmen  Folg
solcher  Zustände  in  das  gehörige  Licht  zu  setzen.
Namentlich  im  Mittelalter  bestand  fortwährend  die  Gefahr,  daß  gew'll
lose  Speculanten  die  Marktzufuhren  aufkauften,  bevor  sie  ihren  Bestimmung
            
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