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II. Buch. Der Güteraustausch.
gewissen Umständen einen verhältnißmäßig Hähern Ertrag liefert (siehe 4. Kapitel
des I. Buches), kann gleichfalls gewiffen Producenten, namentlich großen Fabri
kanten, zu einem Vortheil verhelfen, dessen sich andere, namentlich kleinere
Unternehmer, die ihre Waren auf denselben Markt liefern, nicht zu er
freuen haben.
8. Das Gesetz der abnehmenden Einträglichkeit endlich hm
für die verschiedenen, um einen und denselben Preis verkaufenden Producenten
und Kaufleute derart bedeutende Unterschiede in den Gewinsten zur Folge, daß
viele Schriftsteller darüber die andern Gründe solcher Unterschiede ganz ver
gessen haben. Die Producenten, welche sich entweder infolge der Fruchtbar
keit des Bodens oder wegen anderer günstigen Prodnctionsbedingnngen der
besten Chancen zu erfreuen haben, machen im Vergleich zu den mit ihnen aus
demselben Markte concurrirenden weniger begünstigten Unternehmern einen
Mehrgewinn, welcher dem zwischen den beiderseitigen Productionsansgaben be
stehenden Unterschiede gleichkommt. Namentlich auf dem Gebiete der land
wirtschaftlichen Production sind diese Differenzen sehr beträchtlich, da die
Getreide-, Vieh-, Butter-, Oel-, Gemüsemärkte u. s. w. mit den Erzeugnissen
von Ländereien sehr verschiedener Güte und von Wirtschaften mit sehr ver
schiedenen Productionsbedingungen beschickt werden. Wo ein Grundstück
mehreren Culturarten verwendet werden kann, wird daher der Betreffende die
jenige Fruchtgattung bauen oder die Fruchtfolge zur Anwendung bringen,
welche ihm den größten Gewinn verspricht. Gewisse Ländereien sind aber nnr
auf eine oder zwei Arten nutzbar zu machen. So können mit angemessenes
Vortheil die Marschländereien in Indien nur zum Reisball, die auf den hoh^
Bergen und den felsigen Höhen Mittel- und Nordeuropas anzutreffenden f rllC ^
baren Stücke Landes nur als Wiesen- und Weideland, die steilen Abhang
der Berge Nordeuropas nur zur Wald-, diejenigen Südenropas zum
nur zur Weincultnr verwendet werden.
Dasselbe gilt aber von dem Bergwerks- lind bein Fischereibetrieb. Dieselbe
Marktpreise gewähren den Producenten sehr verschiedenen Gewinn, je nachd^
die betreffenden Bergwerke oder Gewässer leicht zugänglich, ergiebig u. s- **
sind. Die Beschaffenheit der Commnnicationsmittel ist besonders dann vo
Wichtigkeit, wenn es sich um den Transport schwer wiegender, umfangreiche
oder dem Verderben ausgesetzter Erzeugnisse handelt, und so bewirken denn '
deutende Umwälzungen im Gebiete des Communicationswesens für die
schicker desselben Marktes auch sehr merkliche Aenderungen hinsichtlich
Gewinste. . ģ
Das Gesetz der abnehmenden Einträglichkeit äußert übrigens seine ¿ ^
kungen nicht bloß ans die landwirtschaftlichen Betriebe. Es übt auch
die aus der Industrie und dem Handel bezogenen Gewinste einen sehr
aus
be-