Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

6.  Kap.  Ter  internationale  Handelsverkehr.

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Un  14.  Jahrhundert  die  Tuchfabrikation  aus  Flandern  eingeführt  wurde,
àd  wer  wollte  läugnen,  daß  für  Frankreich  die  im  17.  Jahrhundert  durch
Volbert  erfolgte  Einbürgerung  der  Spitzen-  und  der  Spiegelfabrikation  sowie
anderer  Luxusindustrien  und  der  mächtige  Schutz,  welchen  derselbe  Staatsmann ­
  den  nationalen  Seidenmanufacturen  angedeihen  ließ,  vom  größten  Vorteil ­
  gewesen  ist?  Der  natürliche  Geschmack  der  französischen  Producenten
und  die  günstigen  Productionsbedingungen,  welche  das  Land  bot,  sicherten  den
^uxuserzeugniffen  dieses  Landes  im  Auslande  reichlichen  Absatz,  obgleich  es
şich  selbst  gegen  diejenigen  des  Auslandes  durch  hohe  Schutzzölle  abschloß,
sehnlich  verhielt  es  sich  auch  mit  dem  Schutze,  welchen  Kurfürst  Friedrich
Ņ^'ļhelm  I.  von  Brandenburg  und  König  Friedrich  II.  von  Preußen  den  in
en  aufstrebenden  preußischen  Staat  eingeführten  Productionszweigen  gewährten,
enn  auch  gewisse  Bestrebungen  des  letzter»  Monarchen,  wie  seine  Versuche,
'e  Seidenraupenzucht  in  seinen  Staaten  einzubürgern,  scheitern  mußten,  so
^u  ten  doch  andere  Begünstigungen,  z.  B.  jene,  die  er  den  Unternehmungen
. er  aus  Frankreich  vertriebenen  calvinistischen  Industriellen  gewährte,  und  jene
ìņ  Bezug  auf  die  Cultivirung  der  Kartoffeln  bessere  Erfolge.
Wenn  ein  in  einem  Staate  vorhandener,  dem  allgemeinen  Besten
ìUlich  förderlicher  Productionszweig  durch  die  Einfuhr  aus  dem  Auslande
kr  Gefahr  des  Ruins  ausgesetzt  ist,  so  hat  derselbe  Anspruch  auf  Schutz  von
^en  der  öffentlichen  Gewalt.  In  dreierlei  Fällen  kann  eine  derartige  Noth-Müdigkeit
  eintreten.  Zunächst  ist  hier  die  übel  geleitete  Consumtion  zu  nennen,
ou  welcher  im  I.  Buche  die  Rede  war.  Es  kommt  vor,  daß  gute  ein-ŞìMische
  Waren  in  bedeutendem  Umfange  durch  schlechte  ausländische  er-^
  ļ  werden,  weil  viele  Leute  billige,  äußerlich  gefällige  Gegenstände  soliden
kg  wahrhaft  nützlichen  Erzeugnissen  vorziehen.  Infolge  solcher  Erscheinungen
^  n  şich  der  Export  gewisser  Waren  steigern,  mittelst  deren  Ertrag  die  minderfûr'^ìģen
  ausländischen  Erzeugnisse  bezahlt  werden.  Das  ist  aber  kein  Ersatz
ga  en  durch  die  mißleitete  Consumtion  angerichteten  Schaden.  Sodann  ist
à^õ^iich,  daß  nur  vorübergehende  besondere  Vortheile,  deren  sich  ein
silļ  ^ņd  bei  der  Production  gewisser  Güter  erfreut,  einen  an  und  für
lebenskräftigen  inländischen  Productionszweig  zu  vernichten  oder  ernstlich
La  d^^den  drohen,  ohne  daß  daran  zu  denken  wäre,  daß  das  betreffende
^  ņ  die  dauernde  Versorgung  mit  diesen  Erzeugnissen  übernehmen  könnte,
aus  ^übergehende  Charakter  der  erwähnten  günstigen  Verhältnisse  läßt  das
schlossen  erscheinen.  Wenn  man  die  einheimische  Production  unter  solchen
wird  Nutzlos  läßt  und  dadurch  den  Verfall  derselben  herbeiführt,  so
Wied  e§  ""^wendig,  sobald  die  außerordentlichen  Verhältnisse  des  Auslands
einem  ÜU ^ örcn '  die  inzwischen  eingegangenen  heimischen  Unternehmungen  mit
1  Ņufwande,  welcher  den  aus  dem  Import  billiger  Erzeugnisse  herrührenden
            
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