7. Kap. Das Geld.
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bfnn als eine Aufgabe der Staatsgewalt betrachtet werden, allgemeinen Preis
schwankungen nach Kräften vorzubeugen.
Steigen die Preise ganz allgemein, fällt also der Tauschwerth des
Yeldes, so leiden alle, welche feste Geldbezüge, Löhne, Gehälter, Pensionen,
Interessen von ausgeliehenen, auf längere oder lange Zeit unkündbaren Ka-
^talien genießen oder andere dergleichen Einnahmen besitzen, Verluste. Da-
^gen ziehen die Regierungen, welche Schulden gemacht haben, aus einer
şolchen Entwerthung des Geldes bedeutenden Vortheil. Sie können unter
şolchen Umständen leichter ihre Schulden tilgen oder wenigstens die Interessen
derselben unter günstigem Bedingungen zahlen. Ebenso profitiren von einer
^Minderung des Geldwerthes alle diejenigen, welche bestimmte Summen
Schulden und Geldzahlungen von festem Betrage zu machen haben. Ein allgemeines
fallen der Preise, in dem sich eine Steigerung des Geldwerthes ausdrückt,
o natürlich gerade die entgegengesetzten Erscheinungen zur Folge.
Welche Gruppen gerade unter den zahlreichen, verschiedenen Bevölkerungs
Essen der einzelnen Länder, in denen allgemeine Preisschwankungen statt-
ņ en, infolge derselben Verluste leiden oder Vortheile haben, hängt zum guten
^ile von den besondern Verhältnissen des einzelnen Staates ab.
Wenn die Arbeiterschaft und die niedern Klaffen überhaupt zum großen
r, . auf Geldbezüge angewiesen sind, wird infolge einer allgemeinen Preis-
ìģErung bisweilen vielfach eine Verschlimmerung ihrer Lage eintreten, da
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"rchaus nicht immer eine entsprechende Lohnerhöhung als Folge der Preis-
^Elgerung der Lebensbedürfnisse einzutreten pflegt. Es kommt da eben sehr
'E auf die Organisation der Arbeiter, auf das Angebot und die Nachfrage
ach Arbeit u. s. w. an. Dagegen pflegen Zeiten allgemeinen Sinkens der
* e Me besonders für die Grundbesitzer von Übeln Folgen begleitet zu sein, da
öen meistentheils hohe Steuer- und Schuldverpflichtungen zu tragen haben,
n en şik mit den verkürzten, aus dem Verkauf ihrer Producte gezogenen Ein-
§ol en ® erec ^ werden sollen. Doch läßt sich über alle die verschiedenen
zup'ģEņ der allgemeinen Preisschwankungen im großen und ganzen nicht all-
^ .*5 sogen. Sowohl die Art als auch der Umfang der Consequenzen,
hält ' ?ìbselben nach sich ziehen, richtet sich zum großen Theil nach den %er=
n 'ff en ^er einzelnen Länder. Diese aber weisen selbstverständlich unter-
auder die größten Unterschiede auf.
Fol ^ Queller sich die Schwankungen vollziehen, desto schlimmer pflegen die
LU sein. Je größer und plötzlicher die erlittenen Nachtheile sind, desto
Setp^ņşişŗiedenheit und Leiden rufen sie hervor, und desto mehr dringt ein
sack' p des Spielens und Wagens in den Geschäftsverkehr ein. Weil viel-
fiihl wenn auch mäßige Gewinne nicht mehr gemacht werden können,
cn şich manche Leute zu allerlei tollen Wagnissen versucht. Auf diese Weise