Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II. Buch. Der Güteraustausch. 
in der Periode vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis in die zweite HiĢ 
des 19. Jahrhunderts hinein, etwa bis zu dem Zeitpunkt, wo sich der Ueber- 
gang zur Goldwährung immer allgemeiner vollzog, in dem Verhältniß von 
3 bis 4 vermindert habe. Die vorübergehenden Stillstände, welche in der 
sinkenden Bewegung des Tauschwerthes des Geldes wahrnehmbar sind, haben 
zum guten Theil in den häufigen und andauernden Kriegen ihren Grund, welche 
die betreffenden europäischen Länder heimsuchten. 
Die Preisschwankungen, welche im 16. und 17. Jahrhundert in Frankreich 
zu Tage traten, liefern in dieser Hinsicht sehr lchrreiche Beispiele. Die Kauf 
kraft des Geldes war daselbst von 1626 bis 1650 zwei einhalbmal so groß aU 
in unsern Tagen, um dann von 1651 bis 1700 nur mehr doppelt so groß ï 1 11 * * * VI 
bleiben. Dagegen belief sich ihre Höhe von 1701 bis 1750 auf das Dreifache 
während der Jahre 1751 bis 1790 aber wiederum nur mehr auf das Doppel 
ihres heutigen Grades V 
Die Jahre von 1626 bis 1650 waren nun allerdings auch reich an Kriegs 
für Frankreich, aber das Land stand dazumal nicht einer so gewaltigen Coali 
tion gegenüber wie während der Jahre des spanischen Erbfolgekrieges, welche 
das Land weit mehr erschöpfte als die Kriege, die Frankreich zu Ende 
17. Jahrhunderts zu führen hatte, und denen zudem alsbald ein abermalig^ 
Krieg mit Spanien und nach nicht langer Zeit der langwierige österreichische 
Erbfolgekrieg folgte. So kann es denn nicht in Erstaunen setzen, daß b 
Geldwerth von 1651 bis 1700 niedriger war, in der Zeit von 1701 bis 1? 
aber wieder ungemein stieg. Die Zeit von 1750 bis 1790 war, wenn via" 
von dem Siebenjährigen Krieg und der Unterstützung der nordamerikanisch^ 
Erhebung gegen England absieht, eine friedliche, und so stellte sich beu" 
während derselben ganz naturgemäß ein bedeutendes Sinken des Geldwerts 
mit andern Worten, eine sehr beträchtliche allgemeine Preissteigerung ein 2 - 
1 Siehe Vicomte G. d’Avenel, La fortune mobilière dans l’histoire; le pouvoir 
l’argent, ill .Revue des deux mondes' CX (Paris, mars-avril 1892), 820—84?. 
2 Der hervorragende österreichische Oekonomist Karl Menger vertritt eine vo 
der herrschenden in gewisser Hinsicht abweichende Ansicht über die Functionen ^ 
Geldes. Er hat dieselbe in kurzer Zusammenfassung in der ,Revue d’économie P olíti<1 c¡ c 
VI (Paris 1892), 159—175 dargelegt. Er behandelt in diesem Aufsatze sowohl ^ 
Schwankungen des äußern als diejenigen des innern Geldwerthes, die Idee 
stabilen Maßes des innern Werthes der Güter und das Geld als Preismesser.
	        
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