8. Kap. Gemünztes Geld und Münzzeichen.
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ondoner Börse, dem ausschlaggebenden Markt für die Edelmetalle, zur An
schauung. Aus diesen Zusammenstellungen ergibt sich nun, daß das Werth-
kchältniß zwischen den beiden Edelmetallen im Jahre 1883 durchschnittlich
ņoch 18,62 betrug, während es im Jahre 1892 auf 23,68 und im Juni 1893
>"gar auf 24,64 gestiegen war.
Wie will eine Staatsregierung gegen solche thatsächliche Verhältniffe mit
gesetzlichen Maßregeln aufkommen? Derartige gesetzliche Festsetzungen über das
erthverhältniß zwischen den beiden Metallen sind nur insoweit wirksam, als
os Geld als Solutionsmittel, d. h. zur Tilgung vor kürzerer oder längerer
^ Angegangener Verpflichtungen dient. Die Schuldner können dieselben in
en bimetallistischen Ländern ebensogut in Silbermünzen begleichen wie in
o dmünzen, wenn auch der Feingehalt der erstern infolge der fortschreitenden
î ņ^erthung des Silbers thatsächlich durchaus nicht mehr der Menge Goldes
spricht, welcher er bei Abschluß des betreffenden Geschäftes an Werth gleich
stand.
i Handelt es sich aber um den Abschluß neuer Geschäfte, so wird sich
J Ģoldagio geltend machen und die Zahlung in Gold oder mittelst einer dem
^ņninderten Metallwerthe des Silbers entsprechend vermehrten Menge von
doll ^îņunzen bedungen werden, ganz abgesehen davon, daß das werth-
Q cte Metall, wie im vorigen Kapitel auseinandergesetzt wurde, allmählich
* kfm Lande strömen wird.
besti
2Öürbe die Entwerthung des Silbers voraussichtlich nur wenigstens eine
kein mrn ^ e Ģŗenze nicht überschreiten! Davon kann aber in absehbarer Zeit
. o Rede sein. Der Silberreichthum der nordamerikanischen Pacificstaaten
d^ezu unerschöpflich. Die Ausbeutung dieser Schätze hängt einzig ab
pkr Ausdehnung des Eisenbahnnetzes, der Vervollkommnung des Ge-
ì>elk?""ģĢ^orfahrens und der Beschaffung des nöthigen Kapitals. Man ent-
brejs fortwährend neue Silberadern, die selbst bei den jetzigen Silber-
Cn "och einträglich sind, und deren Ertrag den Productionsausfall aus
erst^rtigen Betriebseinstellungen mehr als deckt. Auch Mexico fängt kaum
"ete^' Silbergewinnung mittelst neuzeitlicher Maschinen, vervollkomm-
bŗjņģ^ŗ^nsportmittel und chemischer Proceffe auf eine ungeahnte Höhe zu
"Nabs^ê ^ oUte aus einer Volkswirtschaft werden, welche sich auf ein für
Zeiten der Entwerthung unterliegendes Geld stützen würde, deffen
"och X 'h ģ^êube Preisbewegungen zudem weder nach ihrem Zeitpunkt noch
facile** Bedeutung mit Gewißheit berechnet werden können! Ein auf ein
schgf^. ^eld begründetes Münzsystem müßte auf die Dauer das gesamte wirt-
^aat )e Ļà zu einem wüsten Lotteriespiel gestalten. Wer will noch dem
Nicht h 2Ì? ben Privaten leihen, wenn er nicht wissen kann, ob er sein Geld
vollständ
ig entwerthet zrirückerhalten wird? Wer wird ein dauerndes