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II. Buch. Der Güteraustausch.
betreffende Unternehmen in den Himmel erhebt, Scheinkäufe dieser Papiere vor
nehmen und so das Publikum bewegen, dieselben um hohen Preis zu erstehen-
Haben sie dann einen schönen Gewinn eingeheimst, so ziehen sie sich nach dein
Verkauf ihrer Papiere zurück und überlassen das Unternehmen seinem Schicksale-
Natürlich gibt es verschiedene Grade der Unehrlichkeit, mit der bei solchen
Vorgängen verfahren wird. Manche Unternehmungen sind nicht ganz un
gar schwindelhafter Natur, aber ihre Bedeutung oder die Chancen ihres Er
folges werden entweder bewußt, oder auch weil diejenigen, welche die Ein
führung der betreffenden Werthe auf der Börse besorgen, sich selbst in şş
sionen wiegen, bedeutend übertrieben.
Aber ganz abgesehen von dem durch den Verkauf derartiger Papiere an
gerichteten Schaden wirkt die Börse noch in einer andern Richtung Nachtheil-
Sie begünstigt nämlich eine ungesunde Neigung zum Speculiren uiib Spielen-
Diese Neigung bethätigt sich bezüglich aller an der Börse gehandelten Werthe,
wenn sie auch bei den einen in höherem Grade zu Tage tritt als bei andern-
Die an der Börse abgeschlossenen Geschäfte haben nicht alle wirklich die Er
werbung oder die Veräußerung von Werthpapieren zum Gegenstände, ^
großer Theil derselben charakterisirt sich vielmehr als reine Speculationskşş,
die zum Behufe des Wiederverkaufs der erstandenen Werthe zu höherem PE
abgeschlossen werden. Ein solches Vorgehen bedeutet nun aber, vom ^tan
punkte des Nationalreichthums aus betrachtet, nichts als einen Verlust an 3 el
und Geistesthütigkeit. So sollte es denn für die Speculationszweckc vC
folgenden Transactionen eine Grenze geben, wenn die betreffenden Geschast
auch den wirklichen Erwerb von Werthen zum Gegenstand hätten. Wie n *
die Dinge liegen, haben die sogen. Termingeschäfte, durch welche fick) ’
Kontrahenten in der Art verpflichten, daß der eine dem andern an einem 1
voraus genau festgesetzten Termine eine festgesetzte Menge von WerthpapieC
zu einem bestimmten Preise zu liefern hat, eine ganz maßlose Ausdehnnn
gewonnen. Es gibt verschiedene Arten derartiger Geschäfte, und viele de
selben ähneln, wenn man von den technischen Formen absieht, einer We '
bei welcher es sich um den Preis handelt, den gewisse Werthpapiere an eine
gewissen zukünftigen Datum haben werden. _
Bei dieser Art von Geschäften sind die Interessenten in hohem Ģra^
der Versuchung ausgesetzt, eine unerlaubte Agiotage zu treiben, d. h du
der
geschäftliche Operationen, die mit der wirklichen Sachlage, dem Stande
betreffenden Unternehmungen u. s. w. in Widerspruch stehen, also z. B. du
eine gesteigerte Nachfrage nach werthlosen Obligationen oder Actien oder bu
ein ungerechtfertigtes, tendenziös vermehrtes Ausgebot werthvoller
durch Verbreitung falscher Nachrichten auf die Preisbildung der in 5 rsl
kommenden Effecten einzuwirken.