Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

308  III.  Buch.  Die  Vertheilung  der  Güter.
Schiffbauer,  welcher  eine  große  Menge  von  Material  und  Arbeit  in  ein  Sch
stecken  und  einen  Ankerplatz  für  dasselbe  beschaffen  muß,  lange  bevor  es  se  *
ist  und  verkauft  werden  kann,  sieht  sich  genöthigt,  bei  jedem  Verkauf  ^
weit  höhern  Gewinn  als  jene  Großhändler  zu  machen,  wenn  er  andere
dem  in  seinem  Geschäfte  investirten  Kapital  einen  ähnlichen  Nutzen  MM
ziehen  will.  Ferner  ist  der  von  Detailverkäufern  aus  dem  Absatz  ihrer  i-' 1
bezogene  Profit  bei  Gegenständen,  nach  welchen  eine  allgemeine  Nachfrage  _
Mt,  oftmals  ni#  g#er  als  5—10*/o.  stärkn  gemi
Sachgüter  ist  stets  nur  ein  mäßiger  Vorrath  von  solchen  vorhanden,
das  in  ihnen  angelegte  Kapital  wird  sehr  schnell  umgesetzt.  Dagegen  i
sich  der  Geschäftsmann  beim  Verkauf  gewisser  Luxusartikel,  die  nur  längs
abgehen  und  die  er  in  mancherlei  Gestalt  und  Form  auf  Lager  haben  1
wenn  er  seine  Rechnung  finden  will,  einen  Gewinn  von  nahezu
berechnen?  ,  u ftl t
Wenn  die  Unternehmer  eines  Landes  eine  größere  Menge  von^lro
beschäftigen,  hängt  das  Wohl  der  Bewohner  desselben  zum  guten  Theil  v
dem  Verhältniß  ab,  in  welchem  der  Gesamtbetrag  des  UnternehmergewlN
zu  demjenigen  der  gezahlten  Arbeitslöhne  steht.  .  ¡ß
Von  dem  nominalen  Gewinn,  den  ein  Unternehmen  abwirft,
der  wirkliche  daraus  gezogene  zu  unterscheiden.  Zu  diesem  Behufe  ^
zunächst  gewisse  Verluste,  welche  der  Unternehmer  erlitten  hat,  von  dem
samtbetrage  des  Profites  in  Abrechnung  zu  bringen.  Auch  muß  der  t  e
beim  Verkaufe  von  Gegenständen,  welche  schnellem  Verderben  ausgesetz
wie  die  Fische  und  das  Obst,  oder  schnell  aus  der  Mode  kommen,  ^
Kalender  und  elegante  Kleiderstoffe,  so  groß  sein,  daß  der  aus  dem  ^
derben  oder  der  Unverkäuflichkeit  solcher  Waren  erwachsende  Verlust  da  ^
gedeckt  wird.  Um  aber  den  wirklichen  Gewinn  klarzustellen,  sind  von  ^  .
nominalen  noch  andere  Abzüge  zu  machen.  Da  sind  zunächst  d,e  -  ^
der  technischen  Bildung  in  Anschlag  zu  bringen.  Wenn  es  die  Beschafft  ^
eines  Unternehmens  erfordert,  daß  der  Unternehmer  auf  seine  Ausbildung,
Mühe  und  Kosten  verwendet,  so  muß  er  auch  dafür  im  Erträgniß  desse
seine  Entschädigung  finden,  und  die  entsprechende  Summe  ist  vom  nom»
Gewinne  in  Abrechnung  zu  bringen.  So  muß  von  dem  Prosit  des  ^
testen  oder  des  Ingenieurs  ein  Betrag  abgezogen  werden  in  der
Kosten,  die  seinen  Eltern  aus  seiner  Heranbildung  zu  diesem  Berufe  ertn
ftnb,  ober  &ur  ^e(íun9  ber  %nSßaben,  bic  er  ;ur  ^eranbUbun8  ^
für  den  väterlichen  Beruf  machen  muß.  Wenn  die  in  einem  Geschafften
erzielten  Gewinne  nicht  groß  genug  sind,  um  diese  Auslagen  daun  ^
zu  können,  so  wird  die  Zahl  der  jungen  Leute,  welche  diesen  Beruf  ecg  ^
gering  bleiben  resp.  geringer  werden.  Zieht  man  die  derartigen  Ausga  ^
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.