Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III.  Buch.  Die  Vertheilung  der  Güter.
Zudem  waren  bei  der  Mangelhaftigkeit  der  Verkehrs-  und  der  Transpôs
mittel,  welche  eine  für  ein  weites  Gebiet  gütige  Preisbildung  verhinderte  un
dem  Aufkommen  einer  gleichartigen  Lebenshaltung  der  arbeitenden  **
durchaus  nicht  förderlich  war,  die  Pachtzinse  in  den  einzelnen  kleinen  Gebie
so  verschieden  und  die  Währungsverhältniffe  so  mannigfaltige  und  schwanken.  r
daß  bei  dem  gegenwärtigen  Stande  der  Forschung  die  Beantwortung
Frage,  ob  die  Grundrente  im  spätern  Mittelalter  und  in  den  darauf  î oI S en
Jahrhunderten,  welche  die  mittelalterliche  Agrarordnung  noch  mehr  oder  wemg^
beibehielten,  eine  dauernde  Neigung  zum  Steigen  oder  zum  Fallen  hatte,  o
ob  gar  keine  regelmäßige  Bewegung  derselben  stattfand,  bezüglich  der  ^
Gebiete  kaum  möglich  sein  wird.  Auch  betreffs  der  von  den  städtischen  ru
stücken  und  den  auf  ihnen  erbauten  Häusern  während  des  spätern  Mitte  a
bezogenen  Renten  läßt  sich  nur  schwer  etwas  allgemein  Giltiges  behaup  '
Der  Umstand,  daß  eine  jede  Familie  in  der  Regel  ihr  eigenes  Haus,  11  ^
zwar  allein,  bewohnte  und  daß  andere  Häuser  wie  die  Landgüter  #
einen  immerwährend  sich  gleich  bleibenden  Zins  überlasten  wurden,  wirkt
hinderlich  und  läßt  bestimmte  Resultate  der  Forschungen  nur  sehr  schwer  )
stände  kommen.  ^
So  muß  man  sich  denn  auf  die  Behauptung  beschränken,  daß  die  (  r  _
rente  bei  armen  und  wenig  cultivirten  Völkern  und  namentlich  in  Gegen  ^
mit  dünner  Bevölkerung  niedrig  ist 1 ,  dagegen  bei  zunehmender  Cultur  '
folge  der  verbesserten  Technik  der  Landwirtschaft  zu  steigen  pflegt,  wenn  M
die  Bevölkerung  entsprechend  zunimmt,  und  soweit  eine  Production  şrw
Erzeugnisse  des  Grundes  und  Bodens  und  der  Viehzucht  in  größeren!  »  ^
stabe  stattfindet,  auch  die  Zahl  der  wohlhabenden,  solche  Producte  consuwu
den  Personen  sich  steigert.  Dies  alles  ist  nun  in  der  neuern  Zeit  f#  .
vielfach  der  Fall  gewesen.  Während  das  Anwachsen  der  Städte  mit  1
zahlreichen  zur  Miethe  wohnenden  Bevölkerung  ein  sich  seit  dem  17.  ^
hundert  im  großen  und  ganzen  ständig  vollziehendes,  rapides  Steigen  deden ­
  Häusern  gezogenen  Zinses  mit  sich  brachte,  hat  etwa  seit  dem  1<>-  G
hundert  auch  der  landwirtschaftliche  Betrieb  eine  weitgehende  Vervollkommn
erfahren.  _
Seit  dem  Erscheinen  des  Werkes  Théâtre  d’agriculture  von  -  .he
de  Serres,  des  Mitarbeiters  Heinrichs  IV.  und  Sullys,  hat  eine  ^  ^
von  Schriftstellern  und  eine  bedeutende  Anzahl  tüchtiger  Fürsten  mäch  ^
der  Hebung  der  Landwirtschaft  gearbeitet.  Gleichzeitig  vollzog  sich
Zeiten  großer  Kriege  ausgenommen,  eine  gewaltige  und  ständige  Bevolteu  ^
zunähme,  und  so  muß  man  denn  Roscher  beipflichten,  wenn  er  sag

Roscher  a.  a.  O.  327.  328.
            
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