Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III.  Buch.  Die  Vertheilung  der  Güter.
zu  vermeiden,  empfiehlt  es  sich,  einen  andern  Weg  einzuschlagen  und  bei  der
Vergleichung  bestimmter  Lohnraten  zum  Behufe  der  Feststelluug  des  wirklichen
Lohnbetrages  die  folgenden  Umstände  in  Betracht  zu  ziehen:
1.  den  Werth,  welchen  die  bestimmten  als  Lohn  gegebenen  Sachgüter
oder  die  Güter,  welche  sich  der  Betreffende  mit  dem  Betrage  des  ihm  9%#^
Geldes  verschaffen  kann,  für  den  Privatgebrauch  haben.  Es  kommt  ja  nlch
auf  den  allgemeinen  Tauschwerth  des  Geldes,  sondern  auf  denjenigen  el
Güter  an,  die  für  die  Individuen,  welche  die  betreffenden  Löhne  beziehen,  von
Nutzen  sind.  Wenn  z.  B.  die  Klaviere  im  Preise  fallen,  so  werden  "n er
sonst  gleichen  Verhältnissen  die  wirklichen  Lohnbeträge  der  Maurer  und  Zinnn^
leute  in  England  und  den  europäischen  Ländern  überhaupt  davon  nur  M  ^
seltensten  Fällen  berührt,  sehr  vielfach  aber  diejenigen  vieler  in  Rio  de  3 slnCl ^
lebenden  Arbeiter,  da  jeder  in  einigermaßen  befriedigenden  Verhältnissen  leben
Handwerksmann  dieser  Stadt  im  Besitze  eines  Pianos  ist.  Die  starken  Schwa  ^
kungen,  denen  die  Preise  der  von  den  Arbeitern  consumirten  Gegenstände  vw
Ort  zu  Ort  und  von  Zeit  zu  Zeit  unterworfen  sind,  machen  übrigens  a
derartigen  Berechnungen  sehr  schwierig.
2.  die  durchschnittliche  jährliche  Dauer  der  Zeit,  wo  die  Betreffen
keine  Arbeit  finden,  gleichviel,  ob  diese  Unterbrechungen  infolge  der  Jahres
und  der  landesüblichen  Feiertage  oder  infolge  von  Unfällen,  Arbeitseinstellung
oder  schlechtem  Geschäftsgänge  eintreten.  Viele  Lohnstatistiken  sind  von
ringem  Werthe,  weil  sie  auf  diese  Umstände  keine  Rücksicht  nehmen.  ^
3.  die  durchschnittliche  Dauer  der  Arbeitskraft  der  verschiedenen
von  Arbeitern.  Dieselbe  ist  eine  sehr  verschiedene.  So  sagt  man,  da!>  ^
Dauer  der  Arbeitskraft  eines  Lederarbeiters  um  ein  Viertel  kürzer  währt  alder
  zur  Herstellung  von  Zinnwaren  verwendeten  Menschen.  Wenn  dem  ^
und  die  Kosten  der  fachlichen  Ausbildung  in  beiden  Fällen  die  gleichen
so  muß  natürlich,  wenn  ein  Lederarbeiter  die  nämliche  Lohnrate  bezieht)
ein  mit  der  Verfertigung  von  Zinnwaren  beschäftigter  Arbeiter,  von  der
rate  des  erstem  zur  Deckung  dieser  Differenz  eine  um  ein  Viertel  9^
Summe  in  Abzug  kommen.  ,  ^
4.  die  Kosten  der  technischen  Ausbildung.  Die  unter  diesem  Titel
Lohne  in  Abzug  zu  bringenden  Beträge  sind,  soweit  es  sich  um  gewah"  ^
Taglöhnerarbeit  handelt,  verschwindend  klein,  in  andern  Fällen  hingeP^.^
trächtlich  (wie  z.  B.  bei  den  Bleiarbeitern),  in  einigen  (nämlich  bei  den  ^
arten,  welche  gelehrte  oder  andere  umfassende  Studien  voraussetzen)  sķ  ^ jf
hoch,  und  so  müssen  wir  denn  einen  beträchtlichen  Theil  der  Honorars  ^
wir  Aerzten,  Advocaten  u.  s.  w.  zahlen,  nicht  als  Entgelt  für  den  »nrade
  geleisteten  Dienst,  sondern  vielmehr  als  theilweisen  Ersatz  der  au
jahrelangen  Studien  derselben  erwachsenen  Kosten  betrachten.
            
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