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in der Hausweberei nur ausnahmsweise zwei Webstühle von einem
Weber bedient werden, kann bei den neueren Webstühlen mit auto
matischem Spulenwechsel ein Weber vier, sechs, ja bis zu zwölf Stüh
len bedienen. In Amerika laufen bereits etwa 200 000 Webstühle,
bei denen in der Baumwollbuntweberei ein Weber etwa zwölf, in
der Baumwollrohweberei etwa 28 Stühle bedient. In der Ent
wicklung zu diesem System liegt die Zukunft, nicht in dem Zurück
zum Kleinbetrieb, und sei er auch mit mechanischer Kraft ausge
stattet. Da in dieser Frage der Unternehmer das letzte Wort zu
sprechen hat und sein Bestreben, die rentabelste Betriebssorm zu
finden, sich mit dem Interesse der Arbeiterschaft deckt, insofern
nur technisch hochstehende Betriebe imstande sind, mit anständigen
Löhnen auf dem Weltmarkt zu konkurrieren, sei hier ein Gutachten
über die Handweberei in Tscherbeney, Straußeney und Bukowine
zum Abdmck gebracht, das einer der führenden schlesischen Textil
industriellen, Herr Ehr. Dierig in Langenbielau, freundlichst fiir
diesen Zweck zur Verfügung gestellt hat.
Die tatsächlichen Verhältnisse, unter denen die Hand-
weber in den Orten Tscherbeney, Straußenei) und Bukowine leben, können
als bekannt vorausgesetzt werden. (Gebundenheit tfn die Scholle durch
Grundbesitz, beschränkte ErwelbSmöglichkeiten, Betrag des tatsächlichen Ar
beitsverdienstes, Art der Lebenshaltung.)
In der vorliegenden Denkschrift wird untersucht, auf welchem Wege
es möglich sein würde, den Bewohnern der drei Gemeinden einen höheren
Arbeitsverdienst als bisher zuzuführen, und zwar auch dann, wenn die
Erwerbsmöglichkeit für die Handweber in der Handweberei auch weiter
hin zurückgehen sollte.
Zur Abhilfe sind folgende Wege in Erwägung gezogen worden:
1. Elektrischer Antrieb der H a u sw e b st uh l e. Un
durchführbar: Nur durch die gleichzeitige Bedienung von mindestens zwei
elektrisch angetriebenen Webstühlen durch einen Weber würde dessen Ver
dienst nennenswert gesteigert werden können, die Aufstellung von zwei
Webstühlen in den kleinen Wohnränmen ist aber unmöglich, die Kosten
eines Anbaues zu diesem Zweck an jedem einzelnen Hause würden außer
jedem Verhältnis zum Nutzeffekt stehen. Das gleiche gilt von den Kosten,
die durch die lausenden Reparaturen an den überall zerstreut aufgestellten
Motoren, elektrischen Einrichtungen und Webstühlen sowie durch die Be
aufsichtigung, das Aufbäumen und Einrichten neuer Ketten usw. ent-
stehen würden. Die Wartung der elektrischen Apparate durch die vielfach