Die Organisation der Gewerbetreibenden in Ämtern.
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erhalten und wohlverstanden alle aus der Zeit nach 1352, d. h.
nach dem Zeitpunkte der Konstitution der kleinen Gilde. Auch
fliese sind nicht im Original auf uns gekommen, sondern nur in
zeitgenössischen Kopieen, worüber das Nähere in der der Schragen-
sammlung vorausgehenden Einleitung gesagt ist. Nach diesen
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' im Jahre 1360 ein Amt
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der Goldschmiede;
„ Schuhmacher;
„ Böttcher;
„ Schmiede;
„ Lakenscherer;
„ Bäcker;
„ Kürschner.
Hauptsächlich sind es mithin die für die Befriedigung unent-
l^ehrlicher Lebensbedürfnisse sorgenden Gewerke, die zunftmässig
f^Jganisirt erscheinen. An sie mögen sich die anderen in der Uber-
sicht 3 verzeichneten (gewerbetreibenden angeschlossen haben. Ob
inzigen waren, bleibe dahingestellt. Wenn man
immte Metallverarbeitung mit Ausnahme der
einem Verband vereinigt vorstellen kann, so
es doch auffällig, dass (lewerbe wie die der Knochenhauer und
l^äter, der Zimmerleute und Maurer, der Weber und Walker, noch
^•cht korporationsmässig auftreten.
Hine besondere Stellung beansprucht die Bruderschaft der Bier-
^räger, deren Schrägen von 1386 in einer Abschrift des fünfzehnten
Jahrhunderts auf uns gekommen ist. Sie kann als ein eigentliches
nicht angesehen werden. Vielmehr weist sie den Charakter
^•ner geistlichen Bruderschaft oder Gilde in dem oben erwähnten
‘^inne auf. I,n fünften Kapitel wird noch von ihr die Rede sein.
Hier nur so viel, dass sie Ähnlichkeit zeigt mit der Marien- oder
* ’■ager-C'dhie in Flensburg (convivium hcatae Mariae sive fcrtovum
®^er latorum) '. Es handelt sich hier wieder um die Pflege gemein
samer (Geselligkeit und Regelung wohlanständigen Betragens von
‘^rsönlichkeiten, die man vielleicht anfänglich für zu unterge-
fand, um sie in anderen Gilden zuzulassen.
lese 7 Ämter die e
^rh auch die gesi
poldschmiederei in
Gleichen Charakters waren die grosse (jilde und die Kom-
1 ^knie der Schwarzen Häupter in Riga.
a. a. o. ,, s. 20«.
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