Full text: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Die Organisation der Gewerbetreibenden in Ämtern. 
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ihrem Verlangen, in der Gesellschaft etwas vorzustellen und zu 
bedeuten — einem Wunsch, der in allen Zeiten der Jugend anhaftete 
Und anhaften wird — vollkommenes (Genügen. Die Kompagnie 
Schwarzen Häupter existirt noch heute als geselliger \ erein 
unverehelichter Kaufleute, der zugleich auch Wohlthätigkeitszwecke 
verfolgt. In ihrem Besitze befindet sich noch ein sehr altes originelles 
Haus, das älteste Profangebäude in Riga, das seit dem 15. Jahr 
hundert geraume Zeit der Artushof genannt wurde; auch ist ihr 
Silberschatz berühmt, der so manche Stücke von hervorragendem 
^unstwerthe aufweist b 
besondere Aufmerksamkeit verdient der Kreygesche Schrägen 
von 1390 über dessen Bedeutung die Meinungen getheilt sind, 
^uld hat man in der von Herrn Dietrich Kreyge begründeten 
^onipagnie eine Vereinigung sämmtlicher Handwerksämter gesehen, 
uus der sich später die kleine Gilde gebildet haben soll, bald einen 
Gesellen sämmtlicher Cîewerke umfassenden Verein und schliess- 
^*ch hat diejenige Ansicht die Oberhand gewonnen, die in ihr einen 
^ Grband des Maurerhandwerks erblickt b Allerding hat der Kreyge- 
sche Schrägen keinen nachweisbaren Zusammenhang mit dem 
Schrägen des Maureramts von 1456. Aber es ist diese Auffassung 
"ohl auch rticht dahin zu verstehen, dass es sich um die Begründung 
^iner Kompagnie von allen Maurern oder Steinmetzen in der Stadt 
bändelte. Vielmehr wird es darauf angekommen sein, eine engere 
^^tbindung unter den bei dem Bau eines einzelnen bestimmten 
Hebäudes betheiligten Werkleuten zu erzielen. Mag es um den Bau 
Ordensschlosses oder des Schwarzhäupterhauses sich gehandelt 
haben, Herr Kreyge als der Baumeister wird gewünscht haben, 
unter seiner Leitung thätigen zahlreichen Personen in eine 
^*^gere genossenschaftliche Beziehung zu einander zu bringen. Man 
''»•'iucht nicht zu denken, dass er eine förmliche Bauhütte gestiftet 
Zu dieser Annahme fehlt es in dem Statute an jeder Bezug- 
^‘^bme auf das Handwerk, wie es in den freilich späteren Steinmetz- 
l^auhüttenordnungen üblich warb Wir wissen auch nicht, ob es 
Neunen, Das mittelalterliche Riga, S. 54 ff-i C. v. Löwis of Menar, 
® städtische Profanarchitektur in Riga, Reval und Narva, S. 7, Taf. Ill; Anton 
chholz, Goldschmiedearbeiten in Livland, Estland und Kurland, S. 12 - .6, 
VH^xilI. 
g II. 1 heil Nr. 
Mettifr, in Sitzungsberichte 1885, S. 44. 
•iauh"Die Bauhütte des Mittelalters, Nürnb. 1844, und Jänner, Die 
iiben des deutschen Mittelalters, Leipzig 1876.
	        
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