Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Der  Aufschwung  der  Handwerksämter  im  i6.  Jahrhundert.

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demnach  für  das  15.  Jahrhundert  schon  18  im  Ganzen  anzunehmen.
Indess  sind  nicht  alle  diese  Korporationen  von  gleicher  Bedeutung,
*^Jcht  alle  als  Handwerksämter,  ja  nicht  einmal  alle  als  gewerbliche
Korporationen  zu  bezeichnen.  'Als  eigentliche  Handwerksämter
lassen  sich  nur  12  namhaft  machen,  nämlich  das  Amt  der  Schneider,
Schuster,  Böttcher,  Lakenscherer,  Schmiede,  Bäcker,  Samtbäcker,
Kürschner,  Hanfspinner,  Maurer,  Leineweber  und  Barbiere.  Sie
eisen  uns,  dass  die  Neigung  zur  Bildung  derartiger  Verbände
^llmählig  weitere  Wellen  gezogen  und  schon  ziemlich  um  sich
S^gnffen  hatte.  Der  Fortschritt  der  Industrie,  die  theils  wegen
Ausfuhr,  theils  wegen  des  gewachsenen  örtlichen  Bedürfnisses
^^hr  Hände  beschäftigte  und  in  manchem  Berufe  zu  grösserer  Arbeits-^heilung
  geführt  worden  war,  mag  mehrfach  dazu  Veranlassung
S^boten  haben.  Noch  immer  aber  fehlt  die  Organisation  namter
  (gewerbetreibender,  wie  z.  B.  die  der  Lichtzieher,  der  Knochen-Zimmerleute,
  der  Gerber  und  Sattler,  der  Müller,  der
^  Opfer,  der  Hutmacher  u.  a.  Das  eine  oder  andere  dieser  Gewerbe
*^nte  in  einem  der  bereits  bestehenden  Ämter  untergebracht
Scheinen,  wie  z.  B.  die  Zimmerleute  bei  den  Maurern.  Doch
^'vähnt  der  Schrägen  der  letzteren  diese  Verbindung  mit  keinem
Vertreter  der  Gewerbszweige,  für  die  uns  Schrägen
sicher  nachgewiesen  sind,  so  lässt  sich  nur  annehmen,  dass
^  dieselben  nicht  zahlreich  genug  besetzt  waren,  um  eigene
bilden  zu  können,  oder  ihre  Schrägen  verloren  gegangen  sind.
Kine  besondere  Stellung  nimmt  das  Amt  der  Goldschmiede
de  *  dieses  nicht  zu  der  Vereinigung  aller  Handwerksämter,
Johannesgilde,  gehörte,  sondern  seinen  Anschluss  an  die
k^n.  grosse  (jilde  gefunden  hatte.  Es  bleibe  auf  sich  beruhen,
‘OSes  zu  erklären  ist.  Offenbar  sah  man  die  Goldschmiede
^  gewöhnliche  Handwerker,  sondern  als  Künstler  an.  Vielst ­
  ft-  Huch  die  Kostbarkeit  des  von  ihnen  verarbeiteten  Roh-^
  oder  der  grössere  Reichthum  ihrer  Mitglieder  dazu  bei,
Sch^*'-  Ansehen  zu  verleihen.  Immer  bleibt  freilich  das  (iold-'Odeamt
  eine  gewerbliche  Korporation,  so  dass  wir  im  Ganzen
.'v\  -Ämtern  sprechen  dürfen.
vSt  ^hlt  dieser  gewerbliche  Charakter  der  Verbindung  der
(  lener.  Sie  ist  eine  geistliche  Bruderschaft  und  ist  im  Schrägen
als  „eue  kumpañie  to  der  ehre  nnde  werdicheit  der
^*^^^den  junkfrowen  Marien,  geheten  de  gilde  unser  leven
"^en.  ‘  gjg  wurde  nicht  zur  Förderung  irdischer  Zwecke  in’s
            
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