Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Die  gewerblichen  Zustände  im  i8.  Jahrhundert.
waren  die  Gesellen  froh,  wenn  ihre  Statuten  überhaupt  einmal  die
obrigkeitliche  Genehmigung  erfahren  hatten,  und  hüteten  sie  sich
durch  Gesuche  um  Bestätigung  die  öffentliche  Aufmerksamkeit  aut
sich  zu  lenken.  Verfolgt  wie  sie,  wenigstens  in  Deutschland,  waren,
werden  sie  auch  kaum  das  Bedürfniss  gespürt  haben  ihre  über
kommenen  Statuten  zu  ändern.  Es  haben  sich  die  Schrägen  erhalten
bei  den  Gesellenschaften  der
Sattler  von  1715;
Maurer  „  173  G
Reepschläger  „  173^5
Roth-  oder  Lohgerber  „  1733;
Maler  „  1739:
Barbiere  „  i749!
Goldschmiede  „  1763;
Leineweber  „  1765.
Ausserdem  lässt  sich,  wie  schon  im  vorigen  Jahrhunderte,  aO
den  erhaltenen  Willkommen,  Bechern,  Tellern  und  anderen  Ge"
räthen,  das  Vorhandensein  folgender  Gesellenverbindungen  an*
nehmen  :
.  der  Müller;
„  Knopfmacher  und  Posamentirer;
„  Kupferschmiede  ;
„  Anker-,  Zeug-,  Nagelschmiede;
„  Stuhlmacher;
„  Zimmerleute.
Ja  es  kann  sogar  eine  Verbindung  der  Gesellen  eines  undent
sehen  Amts,  nämlich  der  Schuhmacher  von  1707,  nachgewjese*^
werden,  das  einzige  bis  jetzt  bekannt  gewordene  Beispiel  eine^
derartigen  Verbandes.
Wie  sich  die  Ämter  in  dieser  Periode  in  Reval  gestalten,  e”
zieht  sich  unserer  Kenntniss.  Das  für  die  frühere  Zeit  benutz^
Schragenbuch  wurde  in  schwedischer  Zeit  angelegt  und  entha
als  späteren  Eintrag  aus  dem  18.  Jahrhunderte  nur  die  Schrägt
der  Lohgerber  von  1734.
Über  Dorpat  sind  wir  zum  Theil  durch  die  fleissigen
Zeichnungen  des  verdienstvollen  Gadebusch,  zum  1  heil  durch  ^
werthvolle  Abschriftensammlung  der  wohl  kaum  mehr  erhalte^^^
Originalschragen,  die  C.  Schöler  in  Dorpat  veranstaltet  hat  *,  bes

1  Durch  Kauf  1880  in  meinen  Besitz  übergegangen.
            
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