Die gewerblichen Zustände im i8. Jahrhundert.
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Sehr niedrig, den Verhältnissen der Stadt angemessen gegriffen
So sollten im Amte der Goldschmiede und der Töpfer nicht
^^hr als je 6 Meister gleichzeitig, bei den Malern nur 4 Meister
^^in. Auch da, wo nach dem Schrägen das Amt kein geschlossenes
®ind es nur wenige Handwerker, die sich zur Aufrichtung eines
^^ts zusammenfinden. Das Amt der deutschen Weber wird 1735
^on drei Meistern, ebenso das Amt der Sattler 1732, das der
^pfer 1750 und das der Maler 1768 errichtet. Das Tischleramt
^ird 1723, nachdem „es durch Kriegsjahre und Gefangenschaft
lesiger Einwohner gänzlich zerfallen war“, von 4 Meistern wieder
^""Öffnet, von denen aber der eine in St. Petersburg wohnt und
Ehren-Ältermann spielt. Die Lohgerber sind ihrer, als sie
'774
zusammentreten, auch nicht mehr als vier; die Kürschner
771 ihrer 5, die Schneider 1727 ihrer 8. Die deutschen Maurer
^^ten 1768 ein Amt aus drei Meistern und sechs Gesellen. Aber
^^^st diese wenigen waren in Nahrungssorgen und suchten sich
^^Senseitig so viel wie möglich den Verdienst abzujagen.
Sattler und Schneider geriethen über die Grenzen ihrer Hand-
^^^ksbefugnisse in einen weitläuftigen Jahre lang dauernden Rechts-
^Odel Einen zwischen dem Schmiedeamte und den „Vorstädter-
Sauernschmieden“ entbrannten Streit musste der Rath 1759
^774 wiederholt, weil die Parteien sich augenscheinlich nicht
^^l'uhigten, dahin entscheiden, dass „die Bauernschmiede sich aller
^ ^®ser- und Kleinschmiede-Arbeit, Beschlagen der Kutschen oder
^^er Wagen und Geschirre der Deutschen zu enthalten und
®ich
^ blos mit der groben und schlechten Arbeit vor die Un-
ätschen begnügen zu lassen“ hätten*. Über die Art, wie das
^ "'(^hleramt diejenigen, die Meister werden wollten, „gar sehr“
Werte, führte der Oberamtsherr Diederich Schoef selbst im
g ^lage und setzte es angesichts einer am 25. Juni 1775 statt-
^•^ten Feuersbrunst, welche die Stadt arg verwüstet hatte, so
^'iederaufbauung mehr Tischler erforderlich waren, durch,
<^7ewinnung des Meisterrechts erleichtert wurde ». Indess
das Amt die ihm zu Theil gewordene Weisung ein
j^^'sterstück von der Beschaffenheit zu fordern, „das leicht einen
fände und nach seinem wahren Werthe bezahlet werde“,
dass der Rath im December des genannten Jahres noch
1 y ^
jj Gesch. Dorpats in Neuer Dorpater Kalender 1866 u. 67.
3 ^^°elers Schragenbuch, S. q6,
^choeler, S. 206-207.