Full text: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Die gewerblichen Zustände im i8. Jahrhundert. 
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Sehr niedrig, den Verhältnissen der Stadt angemessen gegriffen 
So sollten im Amte der Goldschmiede und der Töpfer nicht 
^^hr als je 6 Meister gleichzeitig, bei den Malern nur 4 Meister 
^^in. Auch da, wo nach dem Schrägen das Amt kein geschlossenes 
®ind es nur wenige Handwerker, die sich zur Aufrichtung eines 
^^ts zusammenfinden. Das Amt der deutschen Weber wird 1735 
^on drei Meistern, ebenso das Amt der Sattler 1732, das der 
^pfer 1750 und das der Maler 1768 errichtet. Das Tischleramt 
^ird 1723, nachdem „es durch Kriegsjahre und Gefangenschaft 
lesiger Einwohner gänzlich zerfallen war“, von 4 Meistern wieder 
^""Öffnet, von denen aber der eine in St. Petersburg wohnt und 
Ehren-Ältermann spielt. Die Lohgerber sind ihrer, als sie 
'774 
zusammentreten, auch nicht mehr als vier; die Kürschner 
771 ihrer 5, die Schneider 1727 ihrer 8. Die deutschen Maurer 
^^ten 1768 ein Amt aus drei Meistern und sechs Gesellen. Aber 
^^^st diese wenigen waren in Nahrungssorgen und suchten sich 
^^Senseitig so viel wie möglich den Verdienst abzujagen. 
Sattler und Schneider geriethen über die Grenzen ihrer Hand- 
^^^ksbefugnisse in einen weitläuftigen Jahre lang dauernden Rechts- 
^Odel Einen zwischen dem Schmiedeamte und den „Vorstädter- 
Sauernschmieden“ entbrannten Streit musste der Rath 1759 
^774 wiederholt, weil die Parteien sich augenscheinlich nicht 
^^l'uhigten, dahin entscheiden, dass „die Bauernschmiede sich aller 
^ ^®ser- und Kleinschmiede-Arbeit, Beschlagen der Kutschen oder 
^^er Wagen und Geschirre der Deutschen zu enthalten und 
®ich 
^ blos mit der groben und schlechten Arbeit vor die Un- 
ätschen begnügen zu lassen“ hätten*. Über die Art, wie das 
^ "'(^hleramt diejenigen, die Meister werden wollten, „gar sehr“ 
Werte, führte der Oberamtsherr Diederich Schoef selbst im 
g ^lage und setzte es angesichts einer am 25. Juni 1775 statt- 
^•^ten Feuersbrunst, welche die Stadt arg verwüstet hatte, so 
^'iederaufbauung mehr Tischler erforderlich waren, durch, 
<^7ewinnung des Meisterrechts erleichtert wurde ». Indess 
das Amt die ihm zu Theil gewordene Weisung ein 
j^^'sterstück von der Beschaffenheit zu fordern, „das leicht einen 
fände und nach seinem wahren Werthe bezahlet werde“, 
dass der Rath im December des genannten Jahres noch 
1 y ^ 
jj Gesch. Dorpats in Neuer Dorpater Kalender 1866 u. 67. 
3 ^^°elers Schragenbuch, S. q6, 
^choeler, S. 206-207.
	        
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