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Grosse Gilde.
37. Die Grosse Gilde.
Fastnachtsordnung vom Jahre 1613.
Arch. d. Grossen Gilde, Folioband in gepresstem Leder mit zwei
schliessen, Schrägen Nr. «8. Bl. 16-26. Eine spätere Abschrift im Stadt-A
Gildcstuben-Sachen I, 9.
Inn Gottes Nahmen, amen.
Seint der grossen Gildestuben Cjebreuche und Cerenion^^^
welche von altershero bey uns im Gebrauche gehalten, inn nac
folgende Puncta verfasset worden:
1. Erstlich ist diese Companei und Hoff von Münster ein^^
geworden, das niemandt inn den I runcken vonn diesem
vonn Münster auff den Hoff von Soste gehen soll, es sey >
dan vom Altermanne erlaubet.
2. Es soll je und allewege die Burgerschafft zum Weimgst^||
sieben Wochen fur Vastelabendt auff unsern Gildestuben
gefurdert werden sich zubereden, ob man im Vastelabende I
halten wolle oder nicht, und wann so man sich beredet, un
ann der Docken einsz sein, so überstimmen die von der Do
die Elterleute und Eltisten; seint sie aber zweistimmig, so sttm
man drumb, und geben alszdan die meiste Stimme das Rechtt-
3. Wann Truncke zu halten gewilligt worden seint, so *0^^^^
kunfftig gehalten werden, wie es fur diesem ist gehalten
nemblich, dasz sich Alterleute und alle die alten Eltisten^^^^_
reden, wie es mit dem Bierbrawen solle gehalten werden,
wenn Gerdesmennere so viel vorhanden, welche inn die
gekoren und sich eingedienet haben, und eim jeden nach
Vermugen aufferlegt wird, ¡der sich eingedienet, dem komme
onera nicht so schwer ann als dem andern | wie man
Mahll zum Exempel haben kan, einer von den Gerdesleuten ) ‘
zwey Brawelse Bier, dann ihrer drey, ein jeder ein Brawelse,^, ^
Chemmerer *fur dis Mahll nvey*\ wann es eingeprufet ist, so
es von Elterleuten und Eltisten geseczet, wie sie es einseczcn^_^^^
zu Rechnung bringen sollen, welches dan mit ihrem Vortei
geschehen kan.
1 Die zwischen Sternen stehenden Worte sind von späterer Hand an
an Stelle einiger im Text durch starke Streichung ganz unleserlich
Worte beschrieben.