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Gerber und Schuhmacher. Glaser.
22. Gerber und Schuhmacher.
Rathsverordnung ums Jahr 1280.
Stadt-Arch. in Ri^a, Der älteste Codex des umgcarbeiteten rigischen Stad*
rechts, Perjjamentband mit Richenholzdeckeln, die mit Leder überzogen sind, 33 ^
hoch, 23 cm. breit. Hl. 57 b. Abg. Monum. Livon. antiq. Hd 4, S. CCCIV—CC
u. Livl-, Est- und Curländ. Urkb. Bd. I, Nr. 471.
Dit is (lat recht der gerwere und schomekere.
1) Nein gerwere sal leder vorkopen, dat men binnen dere
worken schal, et ne si drovge, mer buten der stad mach he
kopen na siner nut, drovge oder nat.
2) Vortmer en schal nein schomekere mer gern, den he selves
Vorwerken mach.
3) Und ne sal nen leder vorcoupen bi gantzen hüden '.
4) Oc (jueme hir leder in de stat, dat mit birkeme lo
were, des ne sal men hir nicht werken h
5) Oc en schal men nicht gern mit birkeme loe und nirn g^^
sunder in des stades gerhus.
6) Swe disser rechte yenich breke, de schal dat beteren ^
(Iren marken penninghe, alse dicke, alse he breket.
23. Glaser.
Amtsentscheidung vom Jahre 1539.
Lade des Glaseramts in Riga. Mit nachfolgender Aufzeichnung beginnt das A
buch der Glaser, in gepresstem Leder mit einer Messingschliesse, 21 cm. hoch,
breit. Das 1 ist in einer schönen Initiale, welche W. Neumann im „Mid^
liehen Riga“ reproducirt hat, dargestellt. ^
ln dem jar 1539 sint wy glasemakers samtlyken
ghekomen, dat wy dem erbaren rade anlangen wolden, dat sc
unse ghebreke wandelen wolden, der wy den ne welle haddef
dat mall, wente dar vas nen gheselle, de synen mester ly^k
recht dede, so hebben se twe ghekaren, de eme de sake
dryven scholden an dem erbaren rade myt namen Jacop
Herenth Helms; wy bey den hebben dar na ghelo])en twe jar
van den eyn tho den anderen unde etlyke mall tho tá*)
1 Dieser Artikel ist ein späterer Zusatz.