Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Grosse  Gilde.

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^^nne  und  den  Beisiczern  auch  zu  mit  den  kleinen  selbem  Bechern,
^^nn  die  vorbey  sein  und  trinchen  weiter,  so  kommen  andere
^^dsten  fur  den  Alterman  stehen,  bisz  die  Becher  umbgangen  und
den  Tisch  gelegt  seint,  so  schicket  der  Alterman  der  Eltisten
ann  die  siezende  Elterleute  und  Eltisten,  lest  sie  fragen,  was
äbruffen  solle;  wen  derselbe  wiederkombt,  lest  er  die  Glogke
^*^hen  und  spricht:  „Wer  einen  Gast  hat,  der  pfelge  sein  und  trincke
einen  Vollen  zu  und  mache  ihme  einen  guten  Mögen,  damit
alle  gutes  Mögen.“
37-  Zum  andern  Mahle  gehen  die  selberne  Becher  umb,  wann
J^jeselbe  wiederumb  auff  den  Tisch  gelegt  werden,  so  schicket  der
Alterman,  wie  vorgedacht,  lest  fragen,  darnach  lest  er  die
^^logke  lernen  und  spricht:  „Ich  gebiete  zuhören!  Mier  stehen  die
^^lichen  Mern  Schencken,  welche  den  gantzen  1  agk  geschencket
ihren  Dingen  gnug  gethan  haben  und  wollen  andere  ann  ihre
erwehlen.  Darzu  kiesen  wir“  und  rufft  ein  jeder  Schencke
seinen  ab  mit  Nahmen;  denselben  Schencken  sagt  der  Knecht
Morgens  frue  ann,  das  sie  ihre  Dwele  hinanuff  bringen  und  sich
i^^^sönlich  einstellen  kegen  die  Glocke  lo.
38.  Zum  dritten  Mahle  gehen  die  selberne  Becher  umbher,
sie  nun  umbgangen  von  den  Schencken  und  Eltisten,  so
sie  auff  den  Tisch  gelegt,  so  thut  der  Mer  Alterman  aber-*^=^^1
  wie  vorhin,  schicket  'einen  der  Eltisten  ab  und  lest  fragen,
"’^sz  er  abruffen  solle,  und  lest  wiederumb  die  Glogke  ziehen  und
ab:  „Ich  gebiete  zuhören,“  und  spricht  darauff:  „Es  ist  Zeitt
Hause  zugehen,  kommet  morgen  wieder,  man  soH  ewer
''sser  pflegen.“  Damit  stehet  der  Mer  Alterman  auff  und  gehet
seine  Stelle  siezen  mit  seinen  Beisiczern,  so  treuen  die  Schenc  'en
>hn,  lüstet  ihm  den  mit  seinen  Eltisten  zu  trincken,  das  stehet
amdl  dem  Adurmanne  Mxmmes^g  er
'''  halt,  4  voller  G^ise  Bier  lest  auffholen  und  dimck^  damit
Schemcken  ab,  dmsdbc  nehmen  sm  fur  heb  ann  und  mugen
^^^an  ihre  Dvvden  abnehmen  und  wcgkg:chen  oder  sie  rnugen
gMien  und  udndten,  wores  ihnen  geliebet;so  mmbt  dieser
'*K  «in  Ende.

39.

Desz  Dingstages  pflegen  Elterleute  und  Elt.sten  Vorwlederuntblnn
  L  Kammer  zu  kommen,  und  so  steh  eczl,che
Hruder  zu  wer,len,  die  lassen  sich  einwerben  .lurch  zwecn
'"""er,  so  werden  sie  eingefurdert,  ihr  Del,urtshr,eff  verlesen  und
            
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