Kürschner.
uncleudtsche leibeigene Jungens belangend auff benandter Herren
christliches und billiches Vorgeben, Bedenken und Unterricht
Gemüht gefuhret und bekennen müszen, dasz solcher Punct gat ^
gestrenge gesetzet sey, derowegen auch alsobald samt und sonder
belobet und eingegangen, dasz solcher Punct gar zu gestrenge
setzet sey und derogestalt seine gestrenge hinfüro nicht trie
haben, sondern einem jeden Meister freystehen solle Jungens, al
im Lande von Bauersleuten gebohren gleich den deutschen
anzunehmen, zu lehren und zu befodern; ein jeder Junge aber, ^
zur Lehre angenommen wird, soll seines ehrlichen Herkommen^’
nemblich dasz er echt und recht gebohren sey, beweisen und
thun, welcher Beweisz von den Amptherren dem Altermann
seinen beeden Beysitzern gemeltes Ampts jeder Zeit zeigen
beszer Gelegenheit aufgeleget, besichtiget, erwogen und bey ^ ^
oder ohn macht erkandt werden soll, auf dasz kein unehr ic
Junge in dasz Körsznerampt zu Schmälerung deszelbigen eingestec
werden möge.'
Des andern Punckts als Gesellen und Jungen zu halten
haben sich beederseits Meistere durch Unterhandlung der
herren gründ- und endlich verglichen und vertragen, das e'"
Meister hinfüro zween Gesellen und zween Jungen setzen und ha^^^^
soll. Meister Börjes Bawer aber, dem ist sonderlich aus l)ewegl)C^^^
Ursachen von den sämmtlichen Meistern vergönnet und nachgeg«^^’^^
wann die andern Meister zween Gesellen und zween Jungen ha
das er alsdann drey Gesellen und zween Jungens halten und
ihm Weib und Kind von seinem gewonnenen Handwercke
ernehren und versorgen möge. Welche beede Punckten zu jeder
dermaszen stetig und faste zu halten die sämmtlichen Meister
gedachte beede Amtherrn sowohl auch unter sich behandstrec^^^
auch aller Hasz und Wiederwillen, so derselben beeden
halber unter den beederseits Meistern bis dato geweszen, g^'^
auffgehoben und deswegen sich versöhnet haben, und ist ^0*^
gemeldeten Amtherrn drey Thaler Strafe darauf gesetzet,
derjeniger, so diesen zweyen verglichenen Punckten im
zugegen handeln würde, verwürket haben soll, halb eineiu ^
Rathe und die andere Helfte oft gemeldetem Amte unabbi
1 Im Schragenbuche der rigischeii Handwerkerämter im rigischen
Nr. 499, S. 483-485, schliesst sich dem Vorhergehenden unmittelbar
an. Die auf S. 12 u. 13 im Schragenbuch der Gesellsch. f. Gesch. u.
fmdliche Vereinbarung ist ein Fragment geblieben; die folgenden freige
Seiten (13b, 14» u. 14b) sollten wahrscheinlich den Schluss aulnehmen.