Schuhmacher.
539
^Gnsche die Gerechtigkeit führe in allen seinen Wercken, dann
^ott selbst hat gesprochen: Sehlig sein die, da hungern und dursten
^äch der Gerechtigkeit, die sollen gesettiget werden. Darumb ist
das \\ erck von dem Schuchampte eines geworden mit Volbortt
^>nes erbarn Raths der Stadt Riga und das Amptgericht also, dasz
haben eine Sazzung gemacht mit ihrem \V ercke, das einem jedem
gleich und recht geschehe, die ihres Arbeites und Werckes begehren
^Gind, doch Vorbehalten alle alte Gewohnheiten unsers Werckes,
^le hierinne nicht geschrieben seine!.
I) Zum ersten Mahl welcher Mann, der sein selbst weraen
'^111, der soll sein Werck eschen zue rechten Zeitt, alsz auff
Michaelis oder auff Paschen ; erst ahn nach der Eschung so soll
hier in dieser Stadt Riga bei einem Meister unsers Werckes
Jahr vol auszdienen, und er soll sein echt und recht gebohren
unberüchtiget mit böser Thatt. Es wehre dann Sache, dasz
sich befreiete mit eines ehrlichen Meisters Tochter oder mit
^‘^er ehrlichen Wittfrawen in unserm Wercke, die da unberuchtiget
^^hre, so soll er fortgestelt werden zur rechten Zeitt.
2) Zum Andern soll er arbeiten und machen vier Par Arbeits
dem Wercke, alsz nehmlich ein Par lange Reittstieffeln und
^ar auszgeschnitten Schuch, ein Par Tuffein und ein Par rey-
cknetigen Schuch; darnach soll er thuen dem erc e ^ine
beMe Mann und Erawen, und er soll ff^n Wercke thmm
• Voller (ienüge, wasz ein ander fur ihn gethan he
3) Zum Dritten welcher Mann sich vorniedriget mit einem
^)e, unedit ist oder mit bös«^ ThaU berüchtig^^ ^esoll
‘Werckes entbehren und keine Schuch in der Stadt mehr machen.
4) Zum Mm-ten welch Kund m dem M/^rke g^^ohnm wimlt,
üiissi
; A™ R,„rte von anderer Hand: NB: Aim“!«« I"'
Rande: Abrogatum.