Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

•)  Sitzungsberichte  der  gelehrten  estnischen  Gesellschaft  1882,  S.  21.

Vorwort.

Durch  die  unter  Anleitung  von  Professor  Gustav
Schmoller  seit  Ostern  1874  in  Strassburg  getriebenen  gewerbegeschichtlichen ­
  Studien  angeregt  und  durch  seine  1876
veröffentlichte  Habilitationsschrift  über  die  Entstehung  des
deutschen  Zunftwesens  mit  der  Zunftgeschichte  vertraut  gemacht, ­
  kam  Stieda  auf  den  Gedanken,  eine  Zunft-  und
Gewerbegeschichte  von  Liv-,  Est-  und  Kurland  abzufassen.
Während  eines  Ferienaufenthaltes  in  Riga  im  Herbste  1877
stellte  er  zu  diesem  Zwecke  die  ersten  Forschungen  im  Rathsarchiv ­
  zu  Riga  an,  wobei  er  sich  der  entgegenkommenden
Unterstützung  von  Seiten  des  Bürgermeisters  Böthführ  erfreute.
Seit  er  dann  im  Februar  1878  ein  Lehramt  an  der  Universität
Dorpat  übernommen  hatte,  konnte  er  bald  dem  projectirten
Unternehmen  mehr  Zeit  zu  wenden  und  begann  die  mühselige
Arbeit  des  Sammelns  der  Schrägen,  die  in  städtischen  Archiven
und  Bibliotheken,  sowie  vor  allen  Dingen  in  den  Laden  der
Handwerksämter,  die  zu  erschliessen  besondere  Schwierigkeiten ­
  hatte,  aufbewahrt  wurden.  Bis  zum  Ende  des  Jahres
1881  war  er  mit  dieser  Arbeit  so  weit  gediehen,  dass  er  auf
der  Jahresversammlung  der  gelehrten  estnischen  Gesellschaft
zu  Dorpat  am  18.  Januar  1882  einen  Vortrag  über  das  von
ihm  herauszugebende  baltische  Schragenbuch  halten  konnte  ^).
In  diesem  Vortrage,  der  bald  darauf  in  der  „Rigaschen
            
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